HUDE - „Ich habe von Ulrich Bischoping nur Theorie gehört, aber nichts Konkretes“, sagt Hudes Bürgermeister Axel Jahnz. Er hat am Dienstagabend wie rund 80 andere an der Veranstaltung im Vielstedter Bauernhaus teilgenommen, bei der der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Ulrich Bischoping, etwas zu den Veränderungen des Schienenverkehrs im Hinblick auf den Jade-Weser-Port sagen wollte.
Und wie einige andere ist auch Jahnz nicht zufrieden mit Bischopings Ausführungen. „Alles, was er vorgeschlagen hat, haben wir bereits angesprochen“, so Jahnz, der damit auf das Treffen der Vertreter der Gemeinden Hude, Hatten und Ganderkesee sowie der Stadt Delmenhorst mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee vor ein paar Wochen anspielt. Für Jahnz ist unbegreiflich, warum da noch nichts passiert ist, schließlich gebe es schon länger Proteste der Anwohner und die Forderung nach Lärmschutz.
Um passiven Schutz geht es dem Bürgermeister aber nicht. „Von dem Einbau von Lärmschutzfenstern halte ich nichts. Man will doch lüften oder im Sommer auf der Terrasse sitzen“, sagt er. Lärmschutz müsse auf der Schiene anfangen.
„Und wenn die Deutsche Bahn als Verursacherin des Lärms nicht freiwillig etwas für den Schutz der Anwohner tun will, dann ist es an der Zeit, dass sie vom Gesetzgeber dazu gezwungen wird.“ Konferenzen und Gespräche bringen laut Jahnz nichts mehr, Maßnahmen seien nötig, und die fordert er ganz klar von der Bundes- und der Landesregierung.
Für Dieter Dalle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Wüsting, war am Dienstagabend vor allem überraschend, dass Wüsting von Bischoping gar nicht berücksichtigt wurde. Nicht greifbar war für ihn außerdem die Größenordnung, also wie viele Züge nun demnächst durch die Gemeinde fahren. „Und auch das Thema Schließzeiten der Schranken und Sicherheit an den Bahnübergängen blieb ja außen vor“, sagt er.
Für die Vorsitzende des Bürgervereins Wüsting, Edith Bröcker, verlief der Abend wie erwartet. „Ich hatte mir nicht viel davon versprochen. Es war klar, dass wir nichts Konkretes hören.“ Enttäuscht war sie aber über die geringe Wüstinger Beteiligung.
