Hude/Banjul - Noch liegt der Sprinter in Duzende seiner Einzelteile zerlegt überall in der Werkstatt von Mike Kunz verteilt. Es fehlt noch der Innenausbau. Ein Bett und eine Heizung müssen im Sprinter untergebracht werden, denn Mike Kunz möchte damit nach Gambia reisen. Ende Februar oder Anfang März soll es losgehen.
Sponsoren werden noch gesucht. Wer Interesse daran hat, das Projekt zu unterstützen, kann sich über Facebook oder telefonisch bei Mike Kunz melden. Seine Handynummer ist: 0172/4322858.
Gesucht werden vor allem finanzielle Spenden, denn der Sprinter kann nur ein bestimmtes Gewicht an Hilfsgütern transportieren. Aber auch leichte Sachen, wie Buntstifte, Kinderkleidung oder auch Medikamente werden gebraucht. Am besten wird dies mit Mike Kunz abgesprochen.
Unterstützt wird das Hilfsprojekt „Verein Kindergarten Meschede in Gambia“. Der Verein baut Kindergärten und Schulen auf.
Aus dem einfachen Sprinter wird dank vieler Sponsoren und seinem ehrenamtlichen Engagement das „Hude Africar“. Das Besondere daran ist: Das Fahrzeug transportiert Hilfsgüter und unterstützt damit den „Verein Kindergarten Meschede in Gambia“.
Transporter versteigern
Bereits zum dritten Mal macht sich der Huder Mike Kunz auf die Reise dorthin. Er möchte sehen, dass seine Hilfe auch dort ankommt, darum fährt er persönlich nach Gambia. Außerdem sei die Reise immer etwas ganz besonderes, erzählt der 46-Jährige.
Den von seiner Firma „NFK Nutzfahrzeuge“ gesponserte Transporter richtet der Händler wieder her. Er wird in Gambia versteigert. Das Geld kommt ebenfalls dem Hilfsprojekt zugute.
Beim Herrichten gibt er sich besonders viel Mühe. Unterwegs möchte er nicht liegen bleiben und das Fahrzeug soll für den guten Zweck so viel Geld, wie möglich einbringen.
Bei der Fahrt 2014 ging alles glatt. Falls doch mal unterwegs was sein sollte, hat er immer eine kleine Notausrüstung dabei. „Mit Draht, Kabelbinder und Panzertape kann man fast alles reparieren“, sagt er und lacht.
Kinder unterstützt
„Am schönsten ist der Sternenhimmel in der Wüste. Der ist schon genial“, schwärmt er. Drei Wochen nimmt er sich für die Reise Zeit. Von Deutschland aus fährt er über Frankreich nach Spanien. Von dort aus macht er einen kleinen Abstecher nach Portugal, bevor es über Marokko, Mauretanien und den Senegal nach Gambia geht.
Aber auch die Märkte unterwegs vor allem in Marokko faszinieren den Huder Nutzfahrzeug-Händler. „Es ist erstaunlich, was die alles aus Müll basteln können. Und die Fischköpfe, die dort zum Teil in der Sonne liegen, das hat schon was“, sagt er. Gefährlich sei die Reise nicht. „Ich habe unterwegs 95 Prozent nette Menschen kennen gelernt“, schildert der Huder. Außerdem ist der Auffassung, dass wenn er positiv an die Reise rangeht, dann geht es auch positiv weiter.
Als Sponsoren hat er bereits einen Kieferchirurgen aus Wittmund gewonnen, der Kisten zusammengestellt hat, mit denen die Kinder Zahnhygiene lernen sollen. Auch der SV Werder Bremen ist bereits als Sponsor an Board, berichtet Kunz.
Mike Kunz besucht in der Stadt Banjul Uschi Heim, Vorsitzende des Vereins Kindergarten Meschede in Gambia. „Das Gute an Uschi ist, dass sie den Kindern nicht einfach alles schenkt“, sagt Mike Kunz. Die Mädchen und Jungen würden dort lernen, dass sie auch etwas tun müssen, um zum Beispiel ein Fahrrad oder Ähnliches zu bekommen. Entweder werde ein symbolischer Geldbetrag erhoben oder die Kinder würden beispielsweise ein Bild dafür malen. So würde vermittelt, dass man auch in Deutschland nicht alles geschenkt bekomme.
Mit dem Flugzeug und so wenig Gepäck wie möglich fliegt der Huder dann nach Belgien. Von dort aus geht es mit der Bahn zurück nach Hause.
„Es macht total Spaß, aber der Aufwand ist enorm“, erklärt er. Darum soll dies die letzte „Hude-Africar“-Reise werden. In ein paar Jahren möchte sich Mike Kunz zur Ruhe setzen. Er träumt davon, eine Weltreise zu unternehmen.
