HUDE/BASSUM - HUDE/BASSUM/KOS - Wo landen die mit Kunststoffen und Metall gefüllten „gelben Säcke“ aus dem Landkreis Oldenburg? Diese Frage bekamen dieser Tage interessierte Huder Bürger beantwortet, die auf Initiative der Agenda 21-Frauen die in Kastendiek bei Bassum beheimatete „Gesellschaft für Abfall und Recycling“ (GAR) besuchten. Vor drei Jahren wurde das Werk am Standort der Zentraldeponie des Landkreises Diepholz mit einem Kostenaufwand von sechs Millionen Euro errichtet. 16 Lastwagen-Container, etwa 160 Tonnen, werden dort täglich angeliefert und sortiert. Entsorgungsverträge hat die GAR nicht nur mit dem Landkreis Oldenburg abgeschlossen, sondern auch mit Delmenhorst, Erfurt, Hamburg-Harburg, Hameln, Porta Westfalica und Schaumburg-Lippe.
In der Sortierung wird in drei Schichten mit je neun Mitarbeitern gearbeitet. Insgesamt (einschließlich Büro und Fuhrpark) beschäftigt die GAR 54 Personen. Die Grobsortierung erfolgt automatisiert mit Hilfe von Siebtrommeln. Per Hand werden danach Reststoffe am Band aussortiert. Dazu Marlies Pape von den Agenda-Frauen: „Es macht betroffen, wie gedankenlos der gelbe Sack für Restmüll genutzt wird, der dort absolut nicht hinein gehört“.
Die aussortierten Stoffe werden in großen Ballen gelagert und der Wiederverwertung zugeführt. So nimmt die Firma Rekarton die Tetra-Packs zurück und verwertet sie wieder. Das Aluminium wird eingeschmolzen und ebenso wieder verwendet wie das Weißblech, das bei der Herstellung von Stahl als Zuschlagstoff Verwendung findet. Sonstige Verbundstoffe (Papier und Pappe) werden in der Papierindustrie eingesetzt. Kunststoffflaschen werden in Ibbenbüren für die Herstellung neuer Flaschen verwendet, die jedoch nicht mit Getränken und Lebensmitteln befüllt werden dürfen. Folien finden in der Kunststoffaufbereitung verwendet, speziell im Industriebereich, zum Beispiel für Planen. Mischkunststoffe werden in den Stahlwerken Bremen weiter verarbeitet, in Münster für die Herstellung von LKW-Fußböden.
Wie die GAR-Geschäftsleitung den Huder Besuchern berichtete, haben die Verwerterbetriebe mehr Bedarf als an sortierten Stoffen zur Verfügung steht.
Vorrangiges Ziel, so die Huder Agenda-Frauen in einer Bilanz des Besuches, müsse die Vermeidung von Verpackungsmüll sein.
