HUDE - Die Huder haben ihren „Blutzoll“ abgeleistet: Insgesamt 283 Spender gaben am Montag und Dienstag im Kulturhof einen halben Liter ihres Lebenssaftes ab und helfen damit ihnen unbekannten Menschen, die dringend auf eine Bluttransfusion angewiesen sind. „Wir sind froh, dass die Leute so zahlreich gekommen sind, im Vergleich zur letzten Spende im Juni war das noch einmal ein kleiner Zuwachs. Auch die Veränderungen in diesem Jahr wurden gut aufgenommen. Insgesamt sind wir super zufrieden damit, wie die Aktion gelaufen ist“, erklärt Monika Schreiber vom Deutschen Roten Kreuz, Ortsverband Hude.
Erstmals wurden bei der Blutspende ein kaltes Buffet und, aufgrund der Oktoberfestzeit, Weißwurst und Brezeln angeboten. Das habe sicher noch einige Spender mehr angelockt, glaubt die DRK-Helferin. Die vielfältige Auswahl an Speisen und Getränken soll in Zukunft beibehalten und bei Bedarf ausgebaut werden.
Großer Andrang zum Start
Und dieses Angebot zog: Zu Beginn waren die Helfer von den Spendewilligen geradezu überrannt worden, denn innerhalb der ersten halben Stunde am Montag hatten sich gleich 30 Freiwillige zum Aderlass eingefunden. Schreiber: „Zeitweise hatten wir weder genügend Liegen noch ausreichend Platz im Erholungs- und Essbereich. Ein großes Dankeschön gilt deshalb den Spendern, die geduldig gewartet haben, bis sie ihr Blut abgeben konnten.“ Einige sind das Warten allerdings sicher auch schon gewöhnt, am Montag spendete ein Huder bereits zum 202. Mal Blut für jene, die es dringend benötigen. 25 Freiwille traten hingegen zum ersten Mal zum Spenden an.
Im Durchschnitt darf ein gesunder Mann ab dem 18. Geburtstag sechs Mal pro Jahr spenden, Frauen sollten es bei vier Spenden belassen, damit der Körper genügend Zeit hat, neues Blut zu bilden. „Bei Frauen ist Eisenmangel das häufigste Problem“, erklärt Monika Schreiber Das sogenannte „Vollblut“ wird nach der Spende in seine Bestandteile Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma zerlegt und kann so gezielter dort eingesetzt werden, wo es gebraucht wird. Per Transfusion wird es dann an Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten, an Unfall- und Verbrennungsopfer sowie an Empfänger eines Spenderorgans weitergegeben.
15 000 Spenden pro Tag
Doch auch diejenigen, die ihr Blut freiwillig geben, haben etwas von ihrem Dienst an der Allgemeinheit: Jede Spende wird eingehend auf Erkrankungen wie Hepatitis-A, -B und -C, auf das HIV-Virus, Syphilis und den Paravirus B19 getestet. Außerdem wird die Blutgruppe bestimmt, die auch in den Spenderpass eingetragen wird, den Erstspender nach vier bis fünf Wochen zugeschickt bekommen. Und auch wenn täglich in Deutschland rund 15 000 Blutspenden abgegeben werden, steigt der Bedarf nach dem „Lebenssaft“ weiter.
