HUDE - Auf den demografischen Wandel – das Sinken der Bevölkerungszahl und das Steigen des Durchschnittsalters der Einwohner – ist die Gemeinde Hude gut vorbereitet. Strukturen, Problemlagen, Potenziale und Herausforderungen sind bereits in einem „Masterplan“ analysiert worden, der unter Federführung des Landkreises für alle Kreiskommunen entwickelt wurde und seit 2008 vorliegt. Rainer Zietlow, Prokurist der Oldenburger Bau- und Wohngesellschaft GSG, lobte am Montagabend als Referent im Sozialausschuss die Anstrengungen der Gemeinde auf diesem Gebiet: „Hude ist auf dem richtigen Weg.“

Die Gemeinde hatte Zietlow in die Sitzung eingeladen, um einen Überblick über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den hiesigen Wohnungsmarkt zu geben.

Der Experte skizzierte dabei drei „Megatrends“: „Die Bevölkerungszahl sinkt, die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, die Pluralität der Lebensstile nimmt zu.“ Daraus müsse man wohnungsbaupolitische Konsequenzen ziehen. „Deutschland wird im Jahr 2050 nur noch rund 68 Millionen Einwohner haben, der Anteil derjenigen, die 60 Jahre und älter sind, wird bis dahin um 35,6 Prozent zunehmen“, verdeutlichte Zietlow.

Die Folgen für Hude bleiben nach Ansicht des GSG-Prokuristen in den nächsten Jahren jedoch überschaubar: „In Hude ist die Welt noch in Ordnung.“ Noch sei die Bevölkerungsentwicklung positiv: „Es ist kein demografischer Handlungsdruck erkennbar.“

Weil Stabilität jedoch keine Sicherheit auf Dauer bietet, empfahl er der Gemeinde, die Schwächen der Oberzentren Oldenburg und Bremen zu nutzen und das eigene Profil als kinder- und familienfreundlicher Wohnort zu schärfen. Zietlow legte den Ausschussmitgliedern nahe, den Schwerpunkt auf die Grundstücksentwicklung für Familien in Wüsting zu legen.


Es gebe nach wie vor einen ausgeprägten Wunsch nach Einfamilienhäusern: „Diesen Markt müssen Sie aggressiv bedienen“, riet Zietlow, „auch wenn ich das als Oldenburger eigentlich gar nicht sagen dürfte.“ Zietlow führt im Rat der Stadt die SPD-Fraktion.

Auch ein innovatives Schulkonzept sei hilfreich, um bauwillige Familien anzulocken: „Eine IGS wird mit Sicherheit goutiert.“ Dafür müssten Lokalpolitiker auch Überzeugungen zurückstellen. „Der Köder muss nicht dem Angler schmecken, sondern dem Fisch“, sagte Zietlow.

Eine gute Versorgungslage und ein gutes Bildungsangebot schaffe „Kundenbindung“. Die Botschaft, so Zietlow, müsse lauten: „In Hude kann man alt werden. Wegziehen lohnt nicht.“