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Denkmalschutz Was geschieht mit dem Kloster?

Peter Kratzmann

Hude - Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Freunde des Klosters“ am Dienstagabend in der Klosterschänke in Hude standen der Vortrag von Dörte Lossin, Leiterin des Ortskuratoriums Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und die Ausführungen von Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew eindeutig im Mittelpunkt. Ging es doch um nicht weniger als den Erhalt der Klosterruine.

Handeln gefordert

Zunächst wurden die Regularien abgehandelt: Der alte Vorstand des Vereins ist auch der neue. Das ergaben die Wahlen. Damit bleiben der Vorsitzende Wolfgang Schaller – Stellvertreter ist weiterhin Prof. Klaus Rademacher, Kassenwart Dietmar Bruns und Schriftführerin Gesine Rademacher – im Amt.

Dann wurde es spannend: „Unser Kloster ist in einem Zustand, der Handeln erfordert. Entweder nehmen wir den Untergang hin oder tun etwas für den Erhalt und damit für die folgenden Generationen“, sagte der Vorsitzende, wohl wissend, dass der Freundesverein auch oft als „Verein, der mit den Füßen scharrt“ bezeichnet werde. Dahinter stehe, die Bedeutung des Denkmals und dessen Erhalt immer wieder neu in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, so Schaller.

In diesem Zusammenhang konnte der Verein im Vorfeld Gespräche mit Dörte Lossin vom DSD führen – Zusammenkünfte, die auf offene Ohren stießen. „Dieses besondere Bauwerk muss erhalten werden“, so Lossin. „Das Kloster, 1232 gegründet, ist ein bauliches Denkmal für Zeiten von Religion und Kultur“, sagte sie. „Es hat einen außergewöhnlichen Charakter mit langer Vergangenheit.“ Sie appellierte, gemeinsam das Projekt Kloster in Hude auf den Weg zu bringen und Spendentöpfe anzuzapfen.

Warme Worte, die Schaller gerne aufnahm. „Wir werden in Kontakt bleiben und uns gerne wieder an Sie wenden, zunächst aber eine Kostenschätzung für die Maßnahmen einfordern“, bedankte er sich, um das Wort an den Bürgermeister weiterzugeben.


Lebedinzew erinnerte eingangs an regelmäßige Pflegearbeiten der Gehölze durch die Gemeinde, aber auch an ein direktes Vorhaben, das in der Umsetzungsphase sei. Gemeint sind die Parkplätze an der Kirchstraße. Nach Vermessung, Ausschreibung, Fördergeldzusage könne in der zweiten Jahreshälfte mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Spätestens Anfang 2019 ist alles fertig.“

Gleichzeitig ging er auf die Sofortmaßnahme Brücken-Statik und -Prüfung auf dem Klosterareal ein. Ziel sei eine ungefährdete Nutzung zum Beispiel bei Hochzeiten. Das soll im zweiten Halbjahr durch eine Sanierung erreicht werden.

Viele Akteure im Boot

Zudem gehe es laut Lebedinzew um die Gemeinschaftsaufgabe mit vielen Akteuren im Boot, die Klosterruine weiter als Wahrzeichen zu erhalten. Das brauche Zeit. Das Kloster werde noch weitere Jahre überstehen. „Was wir brauchen ist jetzt eine Kostenermittlung für die Sanierung, die bis April von Facharchitekten vorgelegt werden wird.“

Eine Kostenschätzung für den Klostersaal (Museum) liege bereits vor. Nicht aber für die Freiflächengestaltung. Weitere Baustellen seien das Herrenhaus, Kreativ-Zentrum und Küsterhaus. Alle gehören zum Gesamtensemble.

Fördergelder könnten vom Bund kommen, denn das Kloster wird als Denkmal mit nationaler Bedeutung betrachtet, ebenso vom Land, Kreis, der Gemeinde Hude, den Klosterfreuden und anderen Spendern, machte der Bürgermeister deutlich. Wie so oft liegt auch hier die Tücke im Detail. Es gilt viele dicke Bretter zu bohren, um schließlich das Gesamtziel Kloster Hude für die Nachwelt zu sichern.

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