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DORFWETTBEWERB Hurrel hat viele „Lichtblicke“

STEPHAN ONNEN

HUDE - „Nervös?“ Bevor Bernd Lögering, Leiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege beim Landkreis Oldenburg, am Mittwochmorgen die Bewertungskommission begrüßt, erkundigt er sich zunächst nach dem Gemütszustand der Hurreler Delegation, die ihr Dorf im regionalen Vorentscheid des Landeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ präsentieren soll. „Als Außenseiter haben wir keine Angst“, entgegnet Ortslandvolkvorsitzender Helmut Braun.

Das Selbstbewusstsein der Hurreler bekommt anschließend auch die neunköpfige Jury auf der 90-minütigen Bereisung zu spüren, die einige Überraschungen bereit hält. Marlies Pape übernimmt das Mikrophon im Bus, unterstützt wird sie von Helmut Braun, Wilfried Wieting, Günter Helmers, Uwe Ramke und Hans Burgmann, die jeweils einen speziellen Part auf der Tour übernehmen, sowie von Ursel Mehrings, die ein plattdeutsches Gedicht vorträgt. Los geht’s am Dorfmittelpunkt, der Gaststätte Mehrings, die auch Bäckerei und Verkaufsgeschäft beherbergt und mit einem rollenden „Tante Emma“-Laden die Außenbereiche versorgt.

„Wer die Geschichte seiner Vorfahren kennt, ist für die Bewältigung der Probleme der Zukunft gut gerüstet“ – so beschreibt Marlies Pape das Motto der Hurreler Dorfgemeinschaft. Ein Beispiel ist der Hof der Familie Schlake, die auf dem – mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1428 – ältesten Anwesen Hurrels wohnt. „Hier haben einst die Hurrelmänner gelebt und dem Dorf den Namen gegeben“, berichtet Pape. Schlakes haben den Resthof vor einigen Jahren erworben und restaurieren ihn nach und nach.

Der Bus hält am Seminarhaus „Lichtblick“: Barbara und Michael Wurmsee steigen zu und erläutern ihr Projekt, das neben dem Seminarangebot auch ein Heilkundezentrum und Ferienwohnungen beinhaltet. Aber Hurrel hat noch viel mehr „Lichtblicke“ zu bieten: Zum Beispiel den in Eigenregie angelegten Spiel- und Bolzplatz oder die Hofkäserei der Familie Haverkamp: Dort begrüßt Christa Haverkamp die Kommission mit Kostproben von Käse und Milch, Nachbarin Heike Köster kredenzt Apfelsaft. Erwin Haverkamp erzählt, dass er in diesem Jahr 160 Lämmern auf die Welt geholfen hat. Die Jury staunt über die männliche Hebamme.

In Hurrel blicken junge Menschen voller Tatendrang in die Zukunft, betont Marlies Pape. Das bestätigt Helmut Braun: Es gibt noch 16 (!) landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. „Alle 16 haben Hofnachfolger“, erzählt Braun stolz. In den vergangenen beiden Jahren seien sechs Millionen Euro in neue Anlagen und Ställe investiert worden.


Vorbei am 1958 errichteten Gefrierhaus am Brink, das als Gemeinschaftsanlage nach wie vor voll ausgelastet ist, geht es zum Anwesen von Werner und Birgit Ganteföhr. Die 1521 erbaute Hofstelle steht unter Denkmalschutz. Maler Ganteföhr empfängt die Jury auf der Diele mit Kaminfeuer und Kerzenlicht.

„Hurrel hat sich geschichtsbewusst präsentiert und einen Bogen von der Landwirtschaft zur Kunst geschlagen“, lobt der Jury-Vorsitzende, Ministerialrat a. D. Jochen Gaul. Bevor es zur nächsten Station geht, hält die Kommission ihre Erkenntnisse in einer „Spontanbewertung“ mit Diktiergeräten fest. Wie Hurrel abgeschnitten hat, wird an diesem Freitag bekannt gegeben. Marlies Pape hält es mit dem olympischen Motto: „Dabei sein ist alles.“

Hurrel hat keine Nachwuchssorgen

Der Name Hurrel

hat erstmals 1428 urkundliche Erwähnung gefunden. Die Grundfläche des Dorfes umfasst 1200 Hektar, von denen 250 Hektar mit Wald bewachsen

sind.

Die Einwohnerzahl

ist leicht rückläufig:

1979 waren noch 275 Menschen gemeldet, Ende 2008 gab es 265 Einwohner. Die größte Gruppe (55 Personen) stellen die 41- bis 50-Jährigen, gefolgt von den 51- bis 60-Jährigen (45 Personen). Drittgrößte Gruppe sind die 11- bis 20-Jährigen (42 Personen).
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