Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Klostermuseum In Hude Durch diese Tür geht’s zur Geschichte

Hude - „Wir gehen zu unserem Jubiläum durch die neue Tür. Das schaffen wir“, zeigt sich der Vorsitzende der Huder Klosterfreunde, Prof. Klaus Rademacher, optimistisch. Am 7. Juni feiern die Freunde des Klosters Hude ihr 40-jähriges Bestehen. Und dann sollen die geladenen Gäste durch den neuen Eingangsbereich direkt von der von-Witzleben-Allee in das Klostermuseum gehen können. Bislang gibt es nur einen versteckten Seiteneingang. Auch die ganze Situation im Innern des Eingangsbereichs ist unglücklich. Das soll sich ändern.

Die neue Tür sei ein wichtiger Bestandteil des „Masterplans“, den der Verein erstellt habe, erklärte Rademacher. Am Montag haben Handwerker schon mal die Mauer unter dem Fenster an der Vorderfront entfernt. Die Tür sei beim Tischler bestellt worden und werde Mitte März eingebaut. Derweil wollen die Vereinsmitglieder auch im Innern schon aktiv werden.

Die Planungen

Wer durch den neuen Eingang kommt, soll künftig auf der rechten Seite den kleinen Museumsladen finden, auf der linken Seite wird es einen Tresen geben, hinter dem der ehrenamtliche Saaldienst die Besucher empfängt. Hier soll eine elektrische Heizung installiert werden, damit es im Winter nicht mehr so kalt ist. Der alte Saal lässt sich schlecht heizen. Die energetische Sanierung soll irgendwann kommen. Doch das wird noch dauern. Bekanntlich wird zurzeit zwischen Gemeinde, Gutsverwaltung und Landkreis über die Gründung eines Zweckverbandes verhandelt, der dann Fördermittel einwerben soll.

Für die Neugestaltung des Eingangsbereichs gehen die Klosterfreunde als Bauherren in Vorleistung. Sie haben eine Förderung bei der Oldenburgischen Landschaft beantragt. Und zwar aus dem Topf für kleine Kultureinrichtungen in Niedersachsen. Die Entscheidung falle erst im März. Der Verein habe aber die sogenannte „förderungsunschädliche Genehmigung“ zum Baubeginn bekommen.

Da die langfristigen Verträge zwischen Gemeinde und Gutsverwaltung noch in der Verlängerungs-Verhandlung sind, hat der Verein sich schriftlich die Zusicherung geben lassen, dass der Saal noch für lange Zeit als Museum genutzt werden kann.

Minister und Botschafter kommen

Die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Klosterfreunde am Sonntag, 7. Juni, ist in Vorbereitung. Der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, kommt. Und auch der dänische Botschafter Friis Arne Petersen ist dabei. Das hat einen besonderen Grund: 1681, damals gab es die dänisch-oldenburgische Personalunion, besuchte der dänische König Christian V. das Gut Hude, verwaltet vom Jägermeister und Oberförster in der Grafschaft Oldenburg und Drost der Grafschaft Delmenhorst, Kurt Veit von Witzleben. In der Chronik heißt es dazu: „Kurt Veit v. Witzleben präsentierte sich als hervorragender Gastgeber und bewirtete den König vorzüglich. Zudem organisierte er für den König eine ausgezeichnete und ergiebige Jagd. Er nutzte die gute Laune des Königs aus und bat ihn um die Übertragung des Vorwerks und der Kornmühle zu Hude. Seine Bitte wurde gewährt und er erhielt Hude gegen eine jährliche Erbheuer von 150 Talern, als adeliges und freies Gut.“ Am 15. Februar 1687 wurde Kurt Veit v. Witzleben offiziell Herr auf Hude. Er verhinderte den weiteren Abriss des Klosters.

Die Gemeinde will weiterhin den Saal von der Gutsverwaltung pachten und dem Verein mietfrei zur Verfügung stellen.


Die Kosten

Insgesamt sind rund 35 000 Euro für die Neugestaltung des Eingangsbereichs veranschlagt. „Wir sind ein armer Verein“, sagt Rademacher. So können zunächst auch nur 12 000 Euro für die neue Tür und den Durchbruch locker gemacht werden. Es soll ein barrierefreier Zugang werden. Die Vorrüstung für einen automatischen Türöffner werde installiert. Doch der Antrieb koste allein schon 4000 Euro, so Rademacher. Das sei derzeit nicht finanzierbar. Sponsoren und Spender seien immer willkommen, sagt Kassenwart Dietmar Bruns.

Der Vorplatz

Auch der Vorplatz soll neu gestaltet werden, und zwar mit Bockhorner Klinkern, wie sie im Klosterbezirk schon vorhanden sind. Rund 1800 Klinker werden benötigt, so 2. Vorsitzender Rudolf Genz. Vielleicht gebe es dafür einen Spender. Sitzbänke und ein beleuchteter Schaukasten sind ebenfalls geplant. Der Verein hofft auf Unterstützer und hat auch eine Sponsorentafel im Eingang vorgesehen.

Die besucher

Rund 5000 Besucher zählt das Klostermuseum an der von Witzleben-Allee jährlich. Mit der neuen Eingangssituation und der ebenfalls geplanten Neugestaltung der Sammlung, die den Klosterfreunden gehört, sollen die Geschichte der Zisterzienser in Hude und die Zeit danach noch erlebbarer werden. Das Museum zur Huder Klostergeschichte ist in einem ehemaligen, seit 1992 denkmalgeschützten Tanzsaal der damaligen „Gastwirtschaft zum Ziegelhof“ untergebracht. Der Saal wurde um 1900 gebaut und bis etwa 1970 als Turnhalle und Ballsaal genutzt. 1978 startete dort dann das Museum, wie Klaus Rademacher berichtete.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld
Der Bergpark Wilhelmshöhe: Hier befinden sich etliche Sehenswürdigkeiten.

NWZ-REISETIPPS: ABSTECHER NACH ... KASSEL Entspannte Stunden in historischen Parks

Kerstin Schumann
Kassel
Vor etwa einem Jahr eröffnete der Pflegedienst Paul-Lina seinen neuen Hauptsitz in Wittmund. Wegen eines Insolvenzverfahrens musste der Pflegedienst seinen Betrieb aufgeben.

STANDORTE IN WITTMUND UND EMDEN Insolvenz bei Pflegedienst Paul-Lina – So geht es für die Kunden weiter

Kim-Christin Hibbeler
Wittmund