Hude - „Wir sind auf einem guten Weg“, sagen Wolfgang Schaller, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Klosters Hude, und sein Stellvertreter Prof. Dr. Klaus Rademacher. Das zentrale Ziel, der Erhalt und die Zukunftssicherung des Gesamtensembles rund um die Huder Klosterruine mit seinen mehr als 20 Bau- und Naturdenkmalen sowie Schutzgebieten, werde von den ehrenamtlichen Klosterfreunden in vielerlei Hinsicht unterstützt.
Museumskonzept
Weit fortgeschritten ist die Erarbeitung eines Museumskonzeptes nach internationalem Standard, einhergehend mit der Neustrukturierung der Ausstellung. Das Konzept ruht auf vier Eckpfeilern, die Klaus Rademacher so benennt: Sammeln, Bewahren/Erhalten, Erforschen und Vermitteln. „Wir konnten dabei auf die gute Arbeit unserer Vorgänger aufbauen, die schon die Satzung seinerzeit in diesen Punkten zukunftsfähig gestaltet haben“, betont Klaus Rademacher.
Jubiläum im Jahr 2020
Die Klosterfreunde gibt es bald seit 40 Jahren. Am 7. Juni 2020 soll es aus diesem Anlass einen Festakt geben, sagen Schaller und Rademacher, die Ende Oktober 2016 die Vereinsführung übernommen haben. Weitere Jubiläumsaktionen im Jahr 2020 seien in Planung.
Aktuell hat der Verein etwas mehr als 200 Mitglieder.
Besucherzahlen steigen
Die Besucherzahlen in dem kleinen Klostermuseum, das der Verein ehrenamtlich betreibt, erfuhren im vergangenen Jahr eine deutlich Steigerung. 5100 Besucherinnen und Besucher wurden gezählt. Finanziell stehe der Verein mittlerweile gut da, betont Wolfgang Schaller.
Erfreut sind die Klosterfreunde über die Fortschritte bei der Einleitung von dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen der Klosterruine. Sie sei nun mal „das größte Exponat in der Sammlung“, so Rademacher. Mit Hilfe von Industriekletterern hatte das Büro Angelis und Partner im vergangenen Jahr eine Inspektion der Klosterruine vorgenommen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen auf der Jahreshauptversammlung der Klosterfreunde, die am Dienstag, 5. März, um 19 Uhr in der Huder Klosterschänke beginnt, vorgestellt werden. Denkmalexperte Artur Saathoff vom Architektenbüro Angelis und Partner werde zum Thema „Klosterruine Hude – Schadenskartierung und Sicherungsmaßnahmen“ referieren. Über den aktuellen Sachstand werde außerdem Bürgermeister Holger Lebedinzew an diesem Abend berichten.
Die Gemeinde Hude möchte mit dieser Untersuchung unter Beteiligung von Land, Landkreis und Eigentümer in einen „Masterplan“ zum Erhalt des historischen Klosterbezirks einsteigen. Erste Förderanträge seien schon gestellt, haben Klaus Rademacher und Wolfgang Schaller erfahren.
Saisonstart am 6. April
Start in die neue Museumssaison soll am 6. April sein. Termine wie der Mühlentag, der Internationale Museumstag und der Tag des offenen Denkmals sowie die Huder Gartenerlebnisse sind ebenfalls schon gesetzt. Da die Betreuung des Museums und die begleitete Führung an der Ruine vom ehrenamtlichen Team geleistet werden muss, hofft der Vorstand wieder auf die Einsatzmöglichkeit von Ein-Euro-Jobbern. Drei Stellen seien dem Verein genehmigt, so Wolfgang Schaller.
Klosterkirche in 3 D
Für Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr eine 3 D-Animation der ehemaligen Klosterkirche von Christian Klonz-Cronshagen. Sie soll jetzt mit Drohnenbildern von außen verfeinert und als spannender Film gestaltet werden. Weit fortgeschritten ist auch die umfangreiche Inventarisierung des Bestandes im Museum. Es gibt zahlreiche Original-Fundstücke und auch viele schriftliche Dokumente. „Darüber haben wir jetzt einen genauen Überblick“, so Klaus Rademacher. Zurzeit würden die Fotos ebenfalls archiviert.
Es gibt immer Spannendes zu entdecken. Wie die bunt illustrierte Handschrift „Das alte Hude“, die Lehrer Willy Amman einst zur 750-Jahresfeier des Klosterortes Anfang der 80er Jahre gestaltet hat. Ob es davon noch mehr Exemplare gebe, sei nicht bekannt, so Klaus Rademacher.
Mit großem Engagement haben Wolfgang Schaller, Klaus Rademacher und das Vorstandsteam in den vergangenen zweieinhalb Jahren den Verein geleitet. Zur Jahreshauptversammlung zeichnet sich nun eine personelle Veränderung ab. Wolfgang Schaller wird das Amt des 1. Vorsitzenden aus persönlichen Gründen abgeben. Im Hintergrund werde er aber weiter mitarbeiten, so Schaller. Eine Nachfolgeregelung sei gefunden worden. Darüber müssten die Mitglieder abstimmen.
