HUDE - Steffi Koch war in den vergangenen Wochen nicht zu beneiden: Zusammen mit Lisa Aschmoneit und Peter Buhl bildet sie beim TV Hude die Kandidatenfindungskommission, deren Aufgabe es ist, Nachfolger für den nur noch bis zur Jahreshauptversammlung im März amtierenden Vorstand zu finden. „Wir haben sehr intensiv gesucht und die Telefondrähte glühen lassen“, berichtete Koch am Donnerstagabend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. In den allermeisten Fällen haben die Angesprochenen der Kommission indes einen Korb gegeben.

Lediglich ein Kandidat sei bereit, sich im Vorstand zu engagieren. Ein zweiter wolle sich die Sache noch überlegen, so dass man „eineinhalb“ Bewerber habe, so Koch. Beide wollten sich jedoch erst auf der Jahreshauptversammlung zu erkennen geben. „Ansonsten gibt es keine positiven Ergebnisse zu vermelden“, bedauerte Koch.

Das setzt den TV Hude, mit rund 2600 Mitgliedern größter Verein in der Gemeinde, unter Zeitdruck: Etwa sechs Wochen bleiben noch, um eine Lösung zu finden. Vorsitzender Dieter Holsten, der – ebenso wie seine Mitstreiter – bereits seit langem aus beruflichen und zeitlichen Gründen seinen Rückzug nach 17 Jahren an der Vereinsspitze angekündigt hatte, zeigte den 44 zur außerordentlichen Versammlung erschienenen Mitgliedern auf, was droht, wenn nichts passiert: „Wenn wir nicht mindestens einen dreiköpfigen Vorstand finden, wird das Amtsgericht einen Notvorstand bestellen müssen. Scheitern auch dessen Bemühungen, geeignete Leute zu finden, wird es zur Auflösung des Vereins kommen.“

Um „die Dramatik der Lage“ zu verdeutlichen, hatte Dieter Holsten als „weiteren Ausweg“ die Vorbereitung einer Fusion mit auf die Tagesordnung gesetzt. Von dieser Alternative wollten die Mitglieder indes nichts wissen: „Was für eine Blamage, wenn Wüsting Hude übernehmen würde“, empörte sich Leichtathlet Kurt Riep.

So blieb es bei flammenden Appellen: „Geht noch mal alle in Euch! Es muss doch irgendeinen geben, der den Verein führen will“, sagte Dieter Holsten in beschwörendem Ton. Damit die zeitliche Belastung nicht zu hoch wird, stellte er seinen Nachfolgern weitere hauptamtliche Unterstützung in Aussicht: Er habe jemanden an der Hand, der auf Teilzeitbasis als sportlicher Leiter fungieren und dem ehrenamtlichen Vorstand viel Arbeit abnehmen könnte, so Holsten. Um diese Stelle zu finanzieren, müsste der monatliche Mitgliedsbeitrag um etwa zwei Euro erhöht werden, kalkulierte der 1. Vorsitzende.


Mögliche Kandidaten können sich zudem auf die gut funktionierende Geschäftsstelle mit der hauptamtlichen Geschäftsführerin Andrea Holder an der Spitze verlassen und auch auf Unterstützung aus den einzelnen Abteilungen zählen: Werner Lingenau (Handball) schlug vor, einen „Großteil der Verantwortung an die Abteilungen zurückzugeben“. So viel guter Wille dürfte Steffi Koch und der Kommission zur Kandidatenfindung einen Schub bei der Fortsetzung ihrer Überzeugungsarbeit geben.