HUDE - „Der Markt brummt“, sagt Jan David Plambeck, Mineralöllieferant aus Hude. Nachdem sich der Rohstoffpreis in den vergangenen Monaten nach dem Höchststand Anfang Juli wieder halbiert hat, ist Heizöl ebenso deutlich billiger geworden und sprudelt auch hier aus allen Rohren.
„Das waren schon gigantische Preise. Wenn teilweise ein Euro pro Liter bezahlt werden muss, macht sich das im Geldbeutel der Familien natürlich richtig bemerkbar“, blickt Plambeck zurück. „Da war eine große Zurückhaltung und Verunsicherung deutlich spürbar.“ Aber zum Glück liege man nun wieder bei rund 70 Cent.
Aufgrund des gesunkenen Preises sei die Nachfrage derzeit natürlich enorm, zwangsläufig komme es zu Lieferengpässen, so Plambeck. Während Kunden wegen der beschränkten Fuhrpark-Kapazitäten in Süddeutschland oder Städten wie Hamburg teilweise sechs Wochen auf ihr Heizöl warten, beträgt die Lieferzeit bei Plambeck und seinen Partnern aus der Region derzeit zwei bis drei Wochen.
Um die deutlich gestiegene Nachfrage befriedigen zu können, hat das 1935 in Pommern von Großvater und Namensgeber Paul Plambeck gegründete und seit 1945 in Hude ansässige Familienunternehmen sein Team verstärkt. Jürgen Kaiser und seine Kollegen sind mit den fünf per Satellit überwachten Tankwagen – zwei eigene und drei der beiden Partnerunternehmen aus Brake und Ganderkesee – derzeit rund um die Uhr im Einsatz. Nachts holen sie das Heizöl bei den Raffinerien ab und beliefern Großkunden. Tagsüber sprudelt der begehrte Heizstoff in die Tanks der privaten Haushalte. Die durchschnittliche Größe der Behälter und auch der Jahresverbrauch beträgt für ein normales Einfamilienhaus rund 3000 Liter.
„Ölheizungen sind ein klassischer Energieträger, der dank moderner Brennwerttechnik sehr effizient ist“, erklärt Plambeck, der seinen Abnehmern ein so genanntes Wärmekonto anbietet. Statt den Preis für das Heizöl auf einmal stemmen zu müssen, kann die Rechnung nach einer Einmalzahlung auch in monatlichen Raten, einer Art Abschlag, beglichen werden.
Für Abnehmer und Händler ist der Preis, der zur Zeit der Bestellung gegeben ist, bindend. Kunden, die unsicher sind, ob er künftig nicht weiter sinkt, empfiehlt Plambeck, den Tank in jedem Fall schon einmal halb zu füllen. Immerhin stehe die Heizperiode vor der Tür. Trotz der Lieferengpässe muss aber keiner fürchten, zwischenzeitlich zu frieren. „Kaltsteher“, so werden Kunden genannt, die plötzlich feststellen, dass sie ihren Ölvorrat restlos aufgebraucht haben, erhalten kurzfristig Notdienstlieferungen.
