HUDE - Windkraft wächst stürmisch: 1990 lag die globale Windkraftleistung noch bei 2000 Megawatt, im Jahr 2008 wird die Marke von 100 000 Megawatt überschritten. Die Stromerzeugung steigt auf mehr als 200 Milliarden Kilowattstunden an. Möglicherweise steuert die Gemeinde Hude zur weltweiten Gesamtleistung künftig einige Megawatt mehr hinzu: Eine Betreibergesellschaft aus Hude hat eine Fläche nahe der Holler Landstraße zwischen Wüsting und der Gemeinde Berne ins Auge gefasst. Angedacht sind fünf bis sechs Windkraftanlagen vom Hersteller „Enercon“ mit einer Nabenhöhe von 98 Metern – ähnlich wie sie bereits im Windpark Hurrel gebaut worden sind.
Die Gemeindeverwaltung hat die Ratsfraktionen über die Anfrage informiert. „Wir werden das Thema nur anschieben, wenn sich eine große Mehrheit im Rat absehen lässt. Sonst macht es keinen Sinn“, findet Bürgermeister Axel Jahnz. Er persönlich kann sich mit einem zweiten Windpark anfreunden. Das stünde einer Gemeinde wie Hude, die sich die Nutzung regenerativer Energien auf die Fahnen geschrieben habe, durchaus zu Gesicht.
In der Standortanalyse, die die Verwaltung Mitte der 90-er Jahre für die gesamte Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, um den Windkraftanlagen-Boom in geordnete Bahnen zu lenken und einer Zerspargelung der Landschaft vorzubeugen, wird der von der Betreibergesellschaft auserkorenen Fläche „mittlere Priorität“ eingeräumt. Für die Realisierung sprechen indes die positiven Signale, die die Verwaltung nach Vorgesprächen mit dem Landkreis von der Genehmigungsbehörde erhalten hat, sowie die Einigung, die die Investoren offenbar mit den Flächeneigentümern erzielt haben. „Es wäre an dieser Stelle umsetzbar“, schätzt Fachbereichsleiterin Martina Schneider.
Anfragen von Betreibern nach geeigneten Standorten gehen im Rathaus, so Schneider, „zwei- bis dreimal pro Jahr“ ein. Besonders begehrt bei Projektentwicklern ist der Bereich an der Grenze zur Stadt Oldenburg nördlich der Holler Landstraße an der Hunte. Dort steht indes ein Vogelschutzgebiet dem Bau von Windkraftanlagen entgegen. „Oberste Priorität“ misst die Standortanalyse auch einer südlich der Holler Landstraße in Richtung Oldenburg gelegenen Fläche zu. Hier genießt aber eine Ausweisung als Gewerbegebiet höheren Stellenwert. „Diese Option werden wir nicht aufgeben“, ist Schneider überzeugt.
