HUDE - Das Mountainbike von Rost überzogen, die blauen Müllsäcke prall gefüllt: Sechs Mitglieder des Männergesangvereins (MGV) Hude hatten sich am Sonnabend die Arbeitshandschuhe übergestreift und an der Hohen Straße und dem Hurreler Weg sowie zwischen den Tunneln an Burg- und Vielstedter Straße Müll gesammelt.

Alte Zeitungspakete, jede Menge Altglas, ein Stück Maschendrahtzaun und das rostige Rad, das sie aus dem Huder Bach gefischt haben: Die Ausbeute an Unrat war reichlich, das Sammeln hat sich gelohnt. „Wir haben das jetzt erstmals gemacht“, erklärte MGV-Vorsitzender Jürgen Ahrens. Sein Vereinskollege Gottfried Müller ergänzte: „Das Motto ,Hude ist zum Malen schön’ – so ist das nicht, wenn der Müll da liegt.“ Deswegen haben sich die MGV-ler in Eigeninitiative zur Sammel-Aktion entschlossen. Im Anschluss ging es zum Grillen bei Sangesfreund Dieter Moritz, der die fleißigen Müllsammler eingeladen hatte.

Während der MGV mit seiner Aktion in Hude relativ allein dastand, wird in den Dörfern der Gemeinde weiterhin fleißig Müll beseitigt. In und um Wüsting waren am Wochenende gleich mehrere Vereine losgezogen, der Wöschenlanner Heimatvereen und die Werbegemeinschaft Wüsting hatten die Organisation übernommen. Radkappen, eine Aal-Reuse und in einem Seitenweg gleich mehrere alte Farbtöpfe, listete Pressewartin Dörthe Suhr vom Heimatvereen als Ausbeute auf. Sie erklärte: „Der Wöschenlanner Heimatvereen sammelt jedes Jahr. Aber alle drei Jahre kommen alle ortsansässigen Vereine dazu.“

Im Gebiet von Holle und Oberhausen seien das die Treckerfreunde Wöschenland, der Fischereiverein Wüsting, der Reit- und Fahrverein Holle-Wüsting, die Mofafreunde Holle und die Landjugend Oberhausen gewesen.

In Wüsting hatten die Werbegemeinschaft, die Schützen, der Bürgerverein, die Sportfreunde Wüsting-Altmoorhausen, das Landvolk, die Feuerwehr und der Männergesangverein angepackt. „Insgesamt waren wir 85 Leute“, sagte Torsten Becker vom Vorstand der Werbegemeinschaft. „Und was uns am meisten gefreut hat, war, dass uns Kinder von Kindergarten und Grundschule unterstützt haben. Die waren selbst empört, was alles weggeschmissen wurde.“


Gemeinsam mit den Vereinen aus Holle und Oberhausen haben die Wüstinger einen ganzen Container gefüllt. „Der war gestrichen voll.“ Die Sammler konnten feststellen: Je näher am Ort, desto mehr Fastfood-Tüten und ähnliches fanden sie. Darüber kann Becker nur den Kopf schütteln. „Die müssen alle keine Mülltonne zuhause haben.“

Weiter weg vom Ort sieht es allerdings auch nicht besser aus: „Je ruhiger die Bereiche waren, desto mehr wurden die als Müllkippe genutzt.“ Zwei Matratzen samt Lattenrost, zwei Kanister mit Altöl, ganze Müllsäcke, die weggeschmissen worden waren: „Wir sind froh, dass wir das alles eingesammelt haben“, sagte Becker. „Es ist erschreckend, was die Leute alles loswerden wollen.“