Hude - Zwar nur knapp, aber dennoch: Die Gemeinde Hude wird sich künftig an der EWE Netz GmbH beteiligen. Das hat der Rat am Donnerstagabend im Huder Rathaus beschlossen, 11 Ratsmitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich.
Konträre Positionen
Zuvor war erneut eine Diskussion entfacht worden. Bereits im Ausschuss vor einigen Wochen standen die Meinungen der Ratsherren und - frauen konträr gegenüber, das hatte sich nicht geändert. Während der Bürgermeister fast leidenschaftlich für die Beteiligung plädierte und dies als „Eintrittskarte in ein wichtiges System“ bezeichnete, zeigten sich vor allem die Fraktionen CDU und SPD weiterhin skeptisch. Bernd Stolle (SPD) beispielsweise machte klar: „Ich möchte grundsätzlich nicht mit einer Aktiengesellschaft zusammenarbeiten und werde dagegen stimmen.“ Sein Parteikollege Heiko Aschenbeck sah es etwas anders: „Wir haben in Norddeutschland nicht viele große Unternehmen. Die EWE ist aber eines und wir sollten einer Zusammenarbeit zustimmen.“
Noch bis 26. Oktober
Friedrich Schnabel (CDU) äußerte sich sehr kritisch: „Ich stelle die Sinnhaftigkeit dieses ganzen Unterfangens infrage.“ Dabei gehe es seiner Fraktion nicht um den Geldbetrag von insgesamt 10 097,76 Euro, den die Gemeinde beisteuern muss. „Es kann aber kein Argument sein, dass die EWE Kommunen an sich binden will“, befand Schnabel. Für Hude sei eine Beteiligung in seinen Augen schlichtweg nicht erforderlich.
Noch bis zum 26. Oktober können interessierte Gemeinden sich über die Kommunale Netzbeteiligung Nordwest (KNN) für eine Beteiligung entscheiden, um Einfluss auf das operative Geschäft der EWE Netz zu nehmen. Bisher sind über 80 Gemeinden aus der Region beigetreten. Den Kommunen stehen nach einem Beitritt Einflussrechte über ihre Vertreter im Aufsichtsrat der EWE Netz zu. Die rund 10 000 Euro sind dabei die geringstmögliche Summe. Für das Geld wird eine sogenannte Garantiedividende gezahlt. Die EWE Netz selbst bezeichnet die Beteiligung als „Vermögensanlage“. Im Landkreis Oldenburg sind zum Beispiel auch Wildeshausen und Dötlingen mit dabei.
„Im schlimmsten Falle verlieren wir das eingesetzte Geld. Das würde aber bedeuten, dass die EWE pleite ist. Dann hätten wir hier in der Region ein ganz anderes Problem“, verdeutliche der Bürgermeister nochmals seine Position. Er nannte es ein „gutes Zeichen“, der Netzfamilie beizutreten und bekräftigte, dass alle beigetretenen Kommunen gemeinsam viel erreichen könnten. „Ich empfinde das als eine Solidargemeinschaft“, sagte Lebedinzew.
Ausbau vorantreiben
Für Bündnis 90/Die Grünen meldete sich Michael Grashorn zu Wort. Er habe Bedenken, dass die Beteiligung mehr Arbeit denn Vorteile bedeuten könnte. „Und was machen wir am Ende, wenn wir feststellen: Außer Spesen, nix gewesen?“ Er äußerte Missfallen über den Umstand, dass erst nach zehn Jahren ein Ausstieg aus dem Vertrag möglich ist.
Für die FDP sprach sich Pascal Buntrock positiv aus: „Wir erhoffen uns vor allem, ein Zeichen zu setzen und auch beim Glasfaserausbau voranzukommen.“
