HUDE - Volker Maaß, Geschäftsführer der VM CNC-Zerspanungstechnik GmbH in Hude, weiß genau, welcher Ausbildungsplatz-Aspirant bei ihm keine Chance hat: „Nur mit Stöpseln im Ohr und Händen in den Hosentaschen geht’s nicht“, betont Maaß. Wer hingegen Engagement zeigt, pfiffig in Mathe und Physik ist, logisches Denken und räumliche Vorstellungskraft zu seinen Stärken zählt, dem stehen im Beruf des Feinwerkmechanikers Tür und Tor offen. Das machte der Firmenchef am Mittwoch fünf Jungen aus der 8. Hauptschulklasse der Peter-Ustinov-Schule deutlich, die sich mit ihrer Klassenlehrerin Jana Hollick in dem Betrieb im Gewerbepark Langenberg informierten. Eingeladen zu dem Betriebsbesuch hatte Rolf Stiening von der „Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative Ganderkesee“ (Zwaig).
Die guten Perspektiven im Beruf des Feinwerkmechanikers bestätigte Willi Hildebrandt von der Bundesagentur für Arbeit: „Wer fit ist, der wird gutes Geld verdienen und einen Job haben.“ Allein für Delmenhorst berichtete er von sechs offenen Stellen als CNC-Fräser. Darüber hinaus würden 15 Industriemechaniker gesucht. „Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig“, sagte Hildebrandt. „Das stelle ich hier vor Ort in Gesprächen mit Firmeninhabern ebenfalls immer wieder fest“, nickte Bürgermeister Axel Jahnz. Für ihn ist klar: „Dieses Handwerk hat Zukunft.“
Das gilt insbesondere für den Betrieb von Volker Maaß, der sich vor zwölf Jahren selbstständig gemacht hat und seit zehn Jahren ausbildet. Das Unternehmen verarbeitet Aluminium- oder Titanplatten, Edelmetalle und Kunststoffe. Hergestellt werden Präzisionsteile, die nicht der Norm entsprechen, zum Beispiel Scharniere, Bolzen und Abdeckungen. Kunden kommen u. a. aus dem Fahrzeugbau sowie der Luft- und Raumfahrtbranche: „Ein von uns produziertes Teil fliegt sogar bei der Ariane 2 mit“, sagte Maaß. Die Nachfrage sei konstant gut.
20 Mitarbeiter beschäftigt die Firma. Ab August wird erstmals eine kaufmännische Auszubildende eingestellt. Für die Feinwerkmechaniker-Lehrlinge wird als Voraussetzung ein Realschulabschluss bevorzugt, ist aber nicht Bedingung: „Wir nehmen auch Hauptschüler und Gymnasiasten“, sagte Maaß – es kommt eben auf die Fähigkeiten und den Arbeitseifer an, die die Bewerber mitbringen. Ohne vorheriges Praktikum läuft nichts – „danach ist beiden Seiten meistens klar, ob man zueinander passt.“
Sehr aufmerksam verfolgten die Schützlinge von Jana Hollick die Ausführungen von Volker Maaß, der sich viel Zeit nahm, um ihnen die Betriebsabläufe zu erläutern. „Für einige meiner Schüler kommt dieser Beruf durchaus in Frage“, freute sich die Lehrerin über das Interesse.
Mehr Informationen gibt es unter www.zwaig.de
