HUDE - „Ob ich meiner Mutter zu Hause auch beim Unkrautzupfen zur Hand gehe?“ – „Nee, bestimmt nicht.“ Silan Brunkens Meinung zu dieser gärtnerischen Tätigkeit ist ziemlich eindeutig. Warum er trotzdem mit Harke und Spaten vorm Rathaus steht und das ungeliebte Grün rausrupft, hat einen recht simplen Grund: Silan Brunken verdient sich auf diese Art und Weise ein paar Euro Taschengeld dazu. Geld, das er für die Führerscheinprüfung gut gebrauchen kann.
Der 17-jährige Schüler ist Ferienjobber bei der Gemeinde Hude. Statt lange auszuschlafen, hat sich Silan seinen Schulrhythmus beibehalten. Zwei Wochen lang harkt und jätet er täglich von sieben bis zwölf Uhr Unkraut und befreit Hudes Beete von Scherben, Papier und Unkraut. Aber nicht alleine: In seiner Gruppe befinden sich noch zwei weitere Frühaufsteher: der 16-jährige Armin Otte und der ebenfalls 16-jährige Bernd-Oliver Oefner. Auch sie sind eigentlich von Haus aus keine passionierten Gärtner und hatten anfangs so ihre Schwierigkeiten, welches Grün weg muss – und welches bleiben darf. „Ja, es ist schon passiert, dass ich das Falsche beseitigt habe“, grinst Bernd-Oliver Oefner und fügt schnell hinzu: „Aber lieber lasse ich etwas stehen, bevor ich es vorschnell rausziehe.“
Am Montag haben die Drei ihren Dienst angetreten. Seitdem sind sie auf der Parkstraße zugange. Das ist auch kein Zufall: Gerade die Huder Prachtmeile soll pünktlich zur Italienischen Nacht von allen Seiten glänzen.
„Wir haben Glück, dass es bislang noch nicht geregnet hat“, sagt Armin. Auch die ganz heißen Temperaturen sind bislang ausgeblieben. „Die Arbeitsbedingungen sind echt okay“, fällt das Urteil der Jungs aus. „Die Chefs sind locker drauf und man darf miteinander quatschen.“
Wenn die zwei Wochen vorbei sind, wollen sie selber erst einmal ausspannen – am Strand von Gran Canaria, beim Zelten an der Weser und bei Verwandten in München.
