HUDE - Kämmerer Olaf Hespe eröffnete den Finanzausschuss mit einer Hiobsbotschaft. In den Jahren 2013 und 2014 sei mit einem Haushaltsdefizit von rund 700 000 Euro zu rechnen. Allein die Steuern zu erhöhen, sei kein tragendes Konzept, erläuterte er, vielmehr müsse der Misere mit einem Gesamtkonzept begegnet werden. Wie auch Hespe nannte Horst Linnemann (CDU) als beispielhafte Maßnahme das schon praktizierte Energie-Contracting.

Hespe hatte in Sachen Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer den Rechtsanwalt und Steuerberater Kersten Duwe der Treuhandgesellschaft Oldenburg eingeladen. Der Steuerexperte zeigte auf, wie sich die Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer bei Personen- und Kapitalgesellschaften auswirkt. Die Huder Unternehmen bestünden zu etwa 30 Prozent aus Kapital-, zu 70 Prozent aus Personengesellschaften, so Hespe. Duwes Fazit – nach zwei üppigen Beispielrechnungen für beide Unternehmensformen – lautete, dass eine Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuern für Kapitalgesellschaften kaum Auswirkungen habe. Selbst wenn der Satz um ein Vielfaches angehoben wird, haben die Unternehmen nur geringe Mehraufwendungen. Wird der Hebesatz zum Beispiel um 50 Prozent erhöht, bedeutet das für ein Unternehmen mit einem Umsatz von 100 000 Euro, dass der Nettozufluss lediglich um rund 1300 Euro geschmälert wird. Wolfgang Martens, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, fasste für die Personengesellschaften zusammen, dass Erhöhungen für sie – bis zu einer gewissen Grenze – unter dem Strich keine zusätzlichen Aufwendungen bedeuten – für die Gemeinde aber zu Mehreinnahmen führen.

Beim vorläufigen Jahresabschluss der vergangenen Jahres ergab sich ein Plus von rund 308 000 Euro. Hespe sprach von einer positiven Zinspolitik, da kein neuer Kredit aufgenommen wurde.