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FLÄCHENNUTZUNGSPLAN CDU „Ein Affront gegen die Landwirtschaft“

STEPHAN ONNEN

HUDE - Der Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan versetzt die Landwirtschaft in Aufruhr: Grund ist das vom Planungsbüro NWP am Montagabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung vorgestellte „Kompensationskonzept“, also die Auswahl der Flächen, auf denen die „Wiedergutmachung“ für die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten betrieben werden soll. Diese Kompensation für den Flächenverbrauch soll überwiegend auf landwirtschaftlich genutztem Terrain stattfinden. „Das ist ein Affront gegen die Landwirtschaft“, empörte sich CDU-Ratsherr Wilfried Siems.

Wie Diplom-Ingenieur Michael Meier (NWP) ausführte, sind neue Bauflächen in einer Größenordnung von 114 Hektar vorgesehen – 52 Hektar für die Wohnbaulandentwicklung, 62 Hektar für Gewerbeansiedlungen.

Rund 100 Hektar benötigt

Als Ausgleichsflächen werden, so Meier, 87 bis 114 Hektar benötigt. Fest benannt werden 500 Hektar an Waldflächen in der Gemeinde, die „vom Grundsatz her“ für eine „qualifizierte Aufwertung“ zur Verfügung stehen. Weil aber beispielsweise der Verlust von Wiesenvogel-Lebensräumen nicht durch Waldflächen kompensiert werden kann, haben die Planer landwirtschaftliche Flächen ins Auge gefasst. Auf eine konkrete Festlegung wurde verzichtet, stattdessen wurden fünf „Suchräume“ – insgesamt 2000 Hektar groß – benannt.

Bei den fünf großflächigen Suchräumen handelt es sich um die Hunteniederung, das Wüstenländer Moor, das Huder und Nordenholzer Moor sowie im Bereich an der Kimmer Bäke und Hurreler Sand. „Unter 25 ausgewählten Flächen brauchen wir eine tatsächlich geeignete“, verdeutlichte NWP-Ingenieur Johannes Ramsauer das Verhältnis. Je mehr Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen, desto geringer sei der Druck auf Einzelflächen, so Ramsauer. Siems sah das anders: „In einem der Suchräume liegt ein 50 Hektar großer landwirtschaftlicher Betrieb. Damit macht man den Inhabern, die in diesen schwierigen Zeiten ohnehin um ihre Existenz kämpfen, das Leben zusätzlich schwer.“ Auch Ausschussvorsitzender Bernhard Wolff (CDU), gleichzeitig Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, erwartet, dass jetzt „erhebliche Diskussionen losgetreten“ werden.


Grüne: Konzept sinnvoll

Birte Wachtendorf (Grüne) verteidigte das Konzept hingegen als „sinnvoll“. SPD-Ratsherr Hermann Dunkler-Gronwald fand, dass die Abgabe von Flächen für Kompensationsmaßnahmen für einige Landwirte durchaus interessant sein könne.

Bürgermeister Axel Jahnz legte den Fraktionen nahe, die Empfehlungen zu beraten. Fest steht für ihn nur: „Eingriffe in Natur und Landschaft müssen innerhalb der Gemeinde Hude und nicht in Nachbargemeinden ausgeglichen werden.“

Wunsch nach Umgehungsstraße für Wüsting Die beiden

Bürgerversammlungen

in Hude und Wüsting zur Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes haben „ein paar Anregungen“ gebracht, berichtet die Gemeindeverwaltung.

In Wüsting

sei die Frage aufgeworfen worden, eine Umgehungsstraße für den Ort zu berücksichtigen. „Dafür bräuchten wir eine großflächige Verkehrsuntersuchung“, gab Fachbereichsleiterin Martina Schneider zu bedenken. Die Trasse, so ihre Einschätzung, würde viele landwirtschaftliche Flächen zerschneiden. In Wüsting

wurde außerdem vorgeschlagen, weitere Wohnbauflächen nördlich der Bahn darzustellen. Dies sei, so die Verwaltung, wegen der landwirtschaftlichen Betriebe an der Neuenweger Reihe und des Veranstaltungsbereiches für die Messe „Landtage Nord“ nicht weiterverfolgt worden.

Für Hude

wurde in der Bürgerversammlung angeregt, den Klosterbereich als historischen Bezirk und die Hochmoorwege als schützenswert auszuweisen.
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