Hude - „Es ist perfekt gelaufen“, sagt Kirsten Jensen-Gentsch, ehemalige Leiterin der Jugendherberge Hude, und blickt begeistert auf den Tag zurück. Am Sonntag wurde auf dem Flohmarkt das komplette Inventar und alle Utensilien der ehemaligen Jugendherberge angeboten und verkauft.

Noch vor dem offiziellen Startschuss um 11 Uhr standen die ersten Interessierten vor der Tür. Das Inventar, wie Möbel und Betten, Töpfe und Geschirr sowie viel Zubehör, war in mehreren Räumen der Jugendherberge übersichtlich aufgebaut und mit Preisschildern versehen. Auf dem Außengelände standen Gartenmöbel, Grills und Außengeräte, wie Tischtennisplatten und Spielplatzgeräte zum Verkauf.

Einige Dinge, wie zum Beispiel ein Klavier, verschiedene Möbel und Küchenutensilien, fanden sofort einen Abnehmer. Erinnerungen kamen bei den typisch blanken Tee- und Kaffeekannen auf: „Das erinnert mich an meine Kindheit und den roten Tee in Jugendherbergen“, sagte ein Huder. Die Interessierten kamen aus der Nachbarschaft der Jugendherberge, aus Hude und Umgebung. „Wir haben das gelesen und wollten mal schauen,“, sagte ein Ehepaar aus Ganderkesee, was gerade einige Küchenutensilien erstanden hatte.

Vor einem Jahr wurde die Jugendherberge Hude an der Linteler Straße nach fast 80-jährigem Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und soll nun verkauft werden.

Der Erlös aus dem Flohmarktverkauf kommt dem Hilfsprojekt Ubomi zugute. Ubomi kümmert sich um vernachlässigte und verwaiste Kinder im größten Township Kapstadts.


„Ich bin überglücklich und dankbar“, freute sich Biggi Hegemann. Die Programmentwicklerin der Jugendherbergen im Nordwesten ist Mitgründerin des Projekts sowie des Vereins Ubomi, der gemeinsam mit Menschen im Township in Kapstadt bereits zwei Ubomi-Häuser eingerichtet hat. Dort erhalten Kinder täglich eine warme Mahlzeit und erleben Gemeinschaft.

„Das Interesse an dem Hilfsprojekt war groß“, zeigte sich Hegemann begeistert. Sie sei mit vielen Besuchern ins Gespräch gekommen. Nun werde alles ausgewertet. Jensen-Gentsch und Hegemann erwarten noch etliche nachfolgende Gespräche. Auch das restliche Inventar wollen sie gerne noch verkaufen. „Vieles ist neuwertig und alles ist gereinigt“, sagte die langjährige Leiterin, der Nachhaltigkeit am Herzen liegt.