HUDE - Der Tod rettet der Linde mit der Nummer 751 das Leben für die nächsten 99 Jahre. Wie sie werden 150 Bäume verschiedener Arten am Dienstag dem Naturbestattungsangebot des „Friedwald Hasbruch“ hinzugefügt. Damit reagieren Förster und Friedwald GmbH auf die steigende Nachfrage.

Das Areal war im Vorfeld durchforstet worden. Jetzt wurden die Bäume aus der Vorauswahl gemessen und mit Nummern bestückt. „Wir sind heute drei bis vier Stunden unterwegs“, sagt der ehemalige Revierförster Heino Tielking. „Buchen und Eichen sind besonders beliebt, aber wir wählen auch Linden, Birken, Kirschen oder Vogelbeeren aus – insgesamt sind es zwölf verschiedene Holzarten“, sagt Tielking.

1000 Bäume sind im Friedwald im Hasbruch momentan als Grabstätten vorgesehen. „Ungefähr 700 davon sind bereits verkauft. Eine Bestattung in der Natur, und doch nicht anonym, das finden viele Menschen reizvoll. 900 Menschen wurden hier bestattet. Man muss sich keine Gedanken mehr machen, ob man eine Grabstätte aufgibt oder nicht, denn der Baum ist immer da“, sagt Hartmut Krause vom Forstamt Neuenburg.

Blaue und gelbe Bänder sind bereits an den Stämmen angebracht. „Die blauen Bäume sind für Familiengräber mit bis zu zehn Personen gedacht, die gelben für Einzel-Beerdigungen“, erklärt Tielking. Die Preise für eine Beisetzung schwankten je nach Baumsorte und -dicke.

„Die Entscheidung für einen Baum fällt nicht immer leicht“, sagt Alexander von Heimendahl von der Friedwald GmbH. „Die Gemeinde, die Friedwald GmbH und die Landesforsten haben vertraglich geregelt, dass die Grabstätten 99 Jahre lang erhalten bleiben. Wir müssen uns deswegen genau überlegen, was nach waldbaulichen Kriterien sinnvoll ist“, sagt Heimendahl.


Alle 14 Tage werden kostenlose Führungen durch den Wald angeboten. Bei Interesse an einer Grabstätte wird anschließend ein individuelles Gespräch geführt. Um Anmeldungen in der Zentrale der Friedwald GmbH in Griesheim unter  06 15/5 84 81 00 wird gebeten.