Hude/Ganderkesee/Bookholzberg/Lemwerder - „Wir sind sehr schnell eine Bank geworden“, sagt Vorstandsmitglied Jürgen Kikker. Die Vereinigte Volksbank eG (Ganderkesee, Hude, Bookholzberg, Lemwerder) zieht dann auch eine aus ihrer Sicht sehr zufriedenstellende Bilanz des Geschäftsjahres 2018. Im dritten Jahr der Fusion habe sich die Bilanzsumme sowie die Ertragslage weiter positiv entwickelt, erklärten die Vorstandsmitglieder Jürgen Kikker, Oliver Frey und Sascha Knaack bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Hude. Am Abend zuvor hatte die Vertreterversammlung mit 150 Teilnehmern und Gästen im Schwarzen Ross in Bookholzberg stattgefunden.
8,3 Prozent mehr Kredite
661 Millionen Euro Bilanzsumme weist der Geschäftsbericht für das Jahr 2018 aus. Eine Steigerung um 2,2 Prozent. Stabil sei auch die Nachfrage nach Krediten. Die Investitionsneigung in den Kerngeschäftsfeldern, der Gewährung von Krediten im Wohnungsbau sowie der Finanzierung in Investitionen im gewerblichen Segment, sei unverändert vorhanden. Das Kreditwachstum 2018 um 8,3 Prozent auf 481 Millionen Euro liege über dem Durchschnitt der Genossenschaftsbanken in Weser-Ems.
Eine sichere Bank ist für die circa 31 000 Kunden offenbar von entscheidender Bedeutung. Denn trotz der geringen Verzinsung stiegen die Kundeneinlagen im vergangenen Jahr noch einmal um 3,7 Prozent auf insgesamt 486 Millionen Euro. Die Kunden seien bestrebt, das Geld bei ihrer Bank zu parken und fühlten sich dabei auf der sicheren Seite. Die Sparer machten sich bislang nur verhalten auf den Weg, um in Aktien oder Fonds zu investieren, sagte Jürgen Kikker.
139 Mitarbeiter
Die Vereinigte Volksbank hat aktuell sieben Geschäftsstellen und fünf Selbstbedienungsstellen, die den Kunden zur Verfügung stehen. Die Bank beschäftigt derzeit 139 Mitarbeiter, darunter elf Auszubildende und Praktikanten sowie eine Studentin. Mit 42 Prozent liege die Teilzeitquote bei den Beschäftigten sehr hoch. Die Bank bemühe sich, ihren Mitarbeitern flexible Arbeitsplatzmodelle im Sinne der Familienfreundlichkeit zu bieten. Effekte aus der Fusion sowie die reduzierte Mitarbeiterzahl durch vorzeitigen Ruhestand/Altersteilzeit hatten den Verwaltungsaufwand 2018 um rund 677 000 Euro verringert. In diesem Jahr solle ein Teil des Personals wieder aufgestockt werden.
Neben den bestehenden Kundenbeiräten der Bank für die Bereiche Landwirtschaft und Firmenkunden ist im Oktober 2018 auch ein Beirat für Privatkunden ins Leben gerufen worden. Von den Kundenbeiräten gingen wichtige Impulse aus, sagen die Vorstandsmitglieder. Kundennähe sei ein ganz wichtiger Punkt. Dabei sei es wichtig, in allen Kanälen unterwegs zu sein, so Bankvorstand Jürgen Kikker. Viele Kunden kommen nach wie vor gern in die Filiale, andere suchen schnellen Rat oder einen Termin am Telefon. Sehr gut angenommen werde mittlerweile die Online-Terminvereinbarung.
Herausforderungen
Das Geschäftsjahr 2018 bot besondere Herausforderungen durch die Umstellung auf ein neues EDV-Verfahren nach fast zwölf Monaten Vorbereitungsphase. Diese Umstellung war für die Mitarbeiter und auch für die Kunden im Online-Banking mit einigen Veränderungen verbunden. Das wurde gemeistert. Vorstand Oliver Frey lobte in diesem Zusammenhang das Volksbank-Team für den besonderen Teamgeist.
„Wir bleiben beim Thema Digitalisierung weiterhin am Ball, um unseren Kunden immer mehr Vereinfachungen zu bieten, ohne dabei lieb gewonnene Standards zu vernachlässigen“, betonte Frey. Am Ende solle der Kunde entscheiden, was er nutze.
Schwierige Ertragslage
Die positive geschäftliche Entwicklung der Vereinigten Volksbank werde sich im Trend auch 2019 fortsetzen, ist der Vorstand überzeugt. Allerdings sei mit rückläufigen Betriebsergebnissen zu rechnen. Die auch weiterhin niedrigen beziehungsweise sogar negativen Zinsen würden sich auf die zukünftige Ertragslage auswirken. Die Erwartung, dass ein Ende der Niedrigzinsphase von der Europäischen Zentralbank eingeleitet werde, habe sich leider nicht erfüllt. Für Jürgen Kikker ist das, was zurzeit passiert, auf Dauer eine Gefahr für die Volkswirtschaft.
Dank an Klaus Poppe
Bei den Wahlen wurden die Aufsichtsratsmitglieder Marlies Rodiek (Brandewurth), Dierk Schwarting (Grüppenbühren) und Carsten Wichmann (Immer) einstimmig bestätigt. Nach 22 Jahren, darunter viele Jahre (1999 bis 2018) als Vorsitzender, durfte Klaus Poppe (Falkenburg) aus Altersgründen nicht wieder kandidieren. Aufsichtsratsvorsitzender Dierk Schwarting dankte ihm für sein großes ehrenamtliches Engagement. Klaus Poppe habe zwei erfolgreiche Fusionen der Volksbank mitgeprägt, hieß es.
