Hude/Ganderkesee - Morgens um drei Uhr zählt es: Dann sind die Mitarbeiter des Kommunalservices für die Gemeinde Hude hellwach. Um diese Uhrzeit müssen sie genau prüfen, ob die Straßen glatt sind und die Streufahrzeuge ausrücken müssen.

„Wenn es so glatt ist, wie am Sonntag, dann werden sofort die Kollegen verständigt“, sagt Hans-Günther Brand, Vorarbeiter und Schichtführer beim Kommunalservice Nordwest in Hude. Am Ende werden fünf Leute gebraucht, so viele sind sie in einer Schicht.

Sechs Mal mussten die Mitarbeiter des Kommunalservices in diesem Jahr bereits ausrücken „Manchmal müssen wir morgens und abends raus, wenn es schon wieder glatt geworden ist oder geschneit hat“, erklärt Hans-Günther Brand.

Um vier Uhr geht es los. „Am Sonntag waren die letzten Kollegen erst so gegen zehn, halb elf zurück“, berichtet Hans-Günther Brand. Bei Schnee kann es zum Teil noch länger dauern.

An diesem Donnerstag, 21. Dezember, war Winteranfang. Auch wenn seit dem ersten Schneefall eher milde Temperaturen angesagt sind: 50 Tonnen Streusalz stehen im Silo in Hude bereit, noch mal 100 Tonnen warten in Ganderkesee auf ihren Einsatz bei Schnee und Glätte. „Das reicht aber auch nur für ein paar Touren“, sagt Dietrich Fischbeck. Er ist Straßenbauingenieur und für die Organisation des Winterdienstes in Hude und Ganderkesee zuständig. Insgesamt 14 Leute – fünf in Hude und neun in Ganderkesee – sind pro Schicht eingeteilt. Mindestens bis Ende März wird die Winterdienst-Bereitschaft aufrechterhalten.

Wer entscheidet, ob der Winterdienst ausrückt

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Für jede Schicht gibt es einen Schichtführer, so wie Hans-Günther Band in Hude, der immer einen Blick auf das Wetter hat. Dafür nutzt der Kommunalservice sowohl verschiedene Programme, die teilweise speziell für Kommunen vorgehalten werden, als auch die eigenen Augen: Sobald das Wetter unsicher wird, stehen die Schichtführer nachts auf und fahren „typische Stellen an, die schnell glatt werden“, so Fischbeck. Tagsüber funktioniert das Bereitschaftssystem ähnlich, nur dass die Winterdienstler da in der Regel ihrer normalen Arbeit bereits nachgehen.

Wie viele Fahrzeuge sind im Einsatz

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Im Gebiet rund um Hude und Wüsting ist der Kommunalservice mit einer Fußgruppe sowie je zwei Groß- und Kleinfahrzeugen unterwegs. Die Fußgruppen werden speziell an unzugänglichen Stellen wie Treppen eingesetzt. „Oder in Unterführungen wie am Bahnhof in Hude“, sagt Fischbeck. Für das Gemeindegebiet Ganderkesee nutzt der Kommunalservice drei Großfahrzeuge und drei Kleinschlepper. Hinzu kommen Fußgruppen.

Wie viele Kilometer müssen gestreut werden

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Dietrich Fischbeck ist selbst etwas erstaunt, als er in seiner Excel-Liste nachguckt: Fast 200 Kilometer Straßen und Wege fallen in Hude und Ganderkesee an. Oder anders ausgedrückt: 700 unterschiedliche Stellen in verschiedenen Routen.


„Das sind alles gemeindeeigene Wege. Für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ist die Straßenmeisterei zuständig.“ In der Regel ist der Kommunalservice nur für „verkehrswichtige und gefährliche Strecken zuständig“.

In Wohngebieten sind die Winterdienstfahrzeuge also eher selten anzutreffen. „Es gibt aber Ausnahmen“, erklärt Fischbeck. Nämlich dann, wenn beispielsweise eine Wohnstraße ein starkes Gefälle aufweist und damit bei Glatteis gefährlich wird. „Es gibt einzelne Stellen, da würde ohne uns niemand mehr die Steigung schaffen, sobald es friert.“

Was wird gestreut

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„Wir streuen hier Salz“, so Fischbeck. Das tue man vor allem deshalb, weil Granulat auf viel befahrenen Straßen nicht die gewünschte Wirkung entfaltet. Bei den Großfahrzeugen ist man derweil sogar auf Flüssigsalz umgestiegen. Das ist eine Mischung aus Streusalz und Sohle, die einen Matschfilm auf der Straße bildet. „Der weht nicht weg. Und die Tauwirkung ist besser.“

Ist Salz nicht schlecht für die Straßen

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„Wir müssen das Mittel nehmen, das zweckdienlich ist“, betont Fischbeck. Würde man auf Salz verzichten und nur Granulat streuen, würde sich der Kommunalservice strafbar machen. Zudem sei etwas anderes viel schädlicher für die Straßen: Wenn die Temperaturen um den Nullpunkt pendeln und es immer wieder kurz friert und taut. „Durchgängiger Frost macht den Straßenbelägen viel weniger aus“, weiß der Straßenbauingenieur genau.

Was rät der Kommunalservice den Autofahrern

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Man ist morgens früh unterwegs und vor einem fährt das Räum- und Streufahrzeug her. Was sollte man tun? „Nicht überholen“, betont Fischbeck.

Aber Autofahrer sollten sich auch nicht der trügerischen Sicherheit hingeben, die Streufahrzeuge verbreiten: „Direkt hinter dem Streufahrzeug ist es weiter glatt.“ Das Salz brauche schon noch eine gewisse Zeit, bis es wirke. Deswegen sollten Autofahrer auch nicht direkt hinter den Streufahrzeugen fahren, sondern lieber etwas Abstand halten – und natürlich langsam fahren.