HUDE - Die Niedersachsen werden in diesen Tagen vor einer Grippewelle gewarnt. An Hude jedoch schwappt sie bislang vorbei.

„Dieses Jahr haben wir noch nichts gehabt“, sagt Jutta Hartleib, stellvertretende Leiterin des Huder Kindergartens Regenbogeninsel. „Nur das für diese Jahreszeit Übliche: Ein Tag Fieber, Schnupfnase und dann wieder da.“ Dennoch haben die Erzieherinnen die Kinder ständig im Blick, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen. „Wenn ein sonst sehr aktives Kind plötzlich auffällig ruhig wird, dann kann das auch krankheitsbedingt sein. Gerade heute hatten wir ein Kind, das haben wir abholen lassen, weil es erhöhte Temperatur hatte.“ In solchen Fällen benachrichtigen die Erzieherinnen die Eltern, damit sie mit dem Kind zum Arzt gehen können. Ansteckende Krankheiten müssen die Kinder dann zu Hause auskurieren. Erst nach Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Attests dürfen sie wieder mit den anderen Kindern toben und spielen.

Entspannt geht auch die Leiterin der Peter-Ustinov-Schule, Gertrud Köbsch, mit den Grippewarnungen um. „Was bei uns rumgeht, das ist die typische Magen-Darm-Grippe. Das ist aber jedes Jahr. Das wird sich bis zu den Osterferien hinziehen und sich danach entspannen.“

Erkältungswellen hat die Schulleiterin in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt. „Das liegt sicherlich auch daran, dass wir dieses permanente Novemberwetter haben und dass die Kinder zu wenig draußen sind", sagt sie.

Unter den Lehrern gelte hingegen die Regel, „wer länger im Dienst ist, ist abgehärtet. Neueinsteiger haben es da schwerer“, sagt Köbsch. Junge Lehrer und Referendare seien gefährdeter als die alten Hasen.


Im größten Betrieb Hudes, den Amazonen-Werken mit ihren rund 450 Mitarbeitern, geht die Arbeit ebenfalls weiter wie gewohnt. Die eine oder andere Krankmeldung liege zwar vor. „Ob es eine Grippe ist, weiß man aber im Einzelfall nicht“, sagt Personalsachbearbeiterin Anke Haselbach. „Ob es mehr oder weniger Grippekranke geben wird als im vergangenen Jahr, das kann man noch nicht einschätzen.“ Für diesen Februar liegen die Zahlen des Huder Betriebs bislang um knapp 0,5 Prozent höher als im vorigen Jahr. „Das liegt im Rahmen“, so Haselbach. Wer will, hat bei den Amazonen-Werken die Möglichkeit, sich gegen die Influenza kostenlos impfen zu lassen.

Ein solches Angebot bieten nicht nur die Amazonen-Werke. Auch das Seniorenzentrum Hude arbeitet beim Thema Grippe-Impfungen eng mit den Hausärzten der Bewohner zusammen. „Die meisten Bewohner und Mitarbeiter haben eine Grippeschutzimpfung erhalten“, sagt Pflegedienstleiter Michael Pleus. „Wir sind da sehr dankbar, dass so viele unser Angebot angenommen haben.“ Eine Grippewelle sieht Pleus nicht auf das Seniorenzentrum zurollen. „Erkältungen gab es zwar schon, aber von einer Welle kann man nicht reden.“ Wenn allerdings die Mitarbeiter oder Bewohner etwas haben sollten, wäre die Gefahr von Ansteckungen wegen der engen Kontakte größer als woanders.

Ein solcher Ernstfall wird sich aber wohl auch in diesem Jahr – zumindest in Hude – nicht ereignen.