Hude - „Das Wartezimmer ist voll“, heißt es von verschiedenen Ärztehelferinnen in den Huder Praxen. Der Grund dafür: Es ist Grippezeit. Die Ärzte haben deshalb alle Hände voll zu tun, in den Apotheken herrscht reger Betrieb und viele Kinder im Kindergarten müssen zu Hause bleiben.
Im Landkreis Oldenburg sind in diesem Jahr 35 Fälle von Influenza mit dem Virusstamm B gemeldet worden, berichtet Rainer Freudenberg. Er arbeitet in der Abteilung Hygiene und Infektionsschutz beim Gesundheitsamt. Stellt ein Hausarzt bei einem Patienten eine Influenza fest, wird das dem Gesundheitsamt gemeldet. „Die Zahlen sind höher, als im letzten Jahr um diese Zeit. Die Dunkelziffer wird noch einmal höher sein“, sagt er.
Bemerkbar machen sich Grippe und Erkältungen zum Beispiel im Kindergarten Regenbogen in Hude. „Im Moment haben wir viele Kinder, die mit Fieber zu Hause bleiben müssen“, berichtet Kindergartenleiterin Anke Jacobs. Auch einige Mitarbeiter seien krank. „Seit Anfang letzter Woche sind das schon ein paar mehr als üblich.“ Die Krankenstände sind in allen Kindergärten relativ hoch, auch in der Schule, teilt Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew mit. Die Betreuung sei aber gewährleistet. „Mehr dürfen aber nicht krank werden. Alle Vertretungskräfte sind bereits im Einsatz.“ Damit hat für ihn die Grippewelle einen Höchststand erreicht.
Zwar habe sich in Deutschland die Zahl der Grippepatienten stark erhöht, „in unserem Gebiet ist es aber moderat gestiegen“, weiß Axel Schwirtz, Inhaber der Flores Apotheke in Hude. Von einer Grippeepidemie könne man nicht sprechen. Die meisten Menschen, die den Weg in seine Apotheke finden, kommen mit einem grippalen Infekt, einer Erkältung. Das sei Mitte und Ende Februar aber nichts Außergewöhnliches. Die anhaltende Kälte sei ein Faktor.
„Bei uns tummelt sich gerade viel“, ist auch Silke Langers Erfahrung. Sie ist Inhaberin der Alte Raben Apotheke und sagt: „Im Verlauf der letzten Wochen haben sich die grippalen Infekte erhöht. Wir haben viele Kunden mit Erkältungen.“ In diesem Jahr sei es allerdings weniger der Schnupfen, als vielmehr ein hartnäckiger Husten, der den Menschen zu schaffen mache.
Um eine Erkältung schnell wieder loszuwerden, empfiehlt Langer viele Heißgetränke und Spaziergänge in der Mittagspause, um an die frische Luft zu kommen.
Und wie schützt man sich generell vor einer Ansteckung? „Händeschütteln vermeiden“, sagt Schwirtz. „Und die Hände häufig waschen“, fügt er hinzu, „denn an Türgriffen auf Toiletten, im Büro oder in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln sind viele Krankheitserreger.“ Für Langer sind „warme Füße das A und O.“ Wichtig sei außerdem eine gesunde Ernährungsweise, ist Schwirtz überzeugt. „Um das Immunsystem zu stärken und das Risiko, krank zu werden, insgesamt zu minimieren. Ein bisschen Sport und Bewegung, ausreichend Schlaf, viel Trinken, dann kann nicht so schnell etwas passieren.“
Der Gipfel an Grippepatienten ist nach Freudenberg fast erreicht, langsam sollte es wieder abflachen. Also: Warm einpacken und gesund bleiben.
