HUDE - So einen Andrang erlebt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt selten: Rund 50 Bürger quetschten sich am Mittwochnachmittag in den Versammlungsraum des Huder Feuerwehrhauses, einige von ihnen mussten sogar stehen. Ihr Augenmerk galt dem Wohnbauprojekt „Heinrich-Viertel“ und dessen Erschließung.
Verschiedene Interessen
Dabei machte gleich die Einwohnerfragestunde deutlich, dass es unterschiedliche Interessenslagen gibt: Auf der einen Seite Anwohner der Heinrichstraße, die auf die 2006 aus Reihen der Politik gegebene Zusage pochten, den jetzt anstehenden Baustellenverkehr über die Luisenstraße zu führen, obwohl die spätere Anbindung über die Heinrichstraße erfolgen soll. Das Problem: Diese Absicht wurde in einer Zeit, als die heutige Luisenstraße noch Schotterpiste war, in der Erwartung formuliert, das hinter dem Baugebiet liegende Grundstück würde zeitnah bebaut werden. Das erwies sich als Trugschluss. Auf der anderen Seite Anlieger aus dem Wohngebiet Luisenstraße, das mittlerweile längst gefüllt ist. Sie wehren sich dagegen, dass die Laster direkt am stark frequentierten Spielplatz vorbeifahren sollen, zumal dort ohnehin die Straße endet. Karsten Schüder, Anwohner der Straße „Am Georgsmoor“ forderte dazu auf, angesichts der veränderten Realität eine „Neubewertung vorzunehmen“.
Und mittendrin ist der Investor, der einen Anspruch darauf hat, die Fläche bebauen zu können. „Wir sind offen in alle Richtungen, aber wir müssen irgendwie auf das Baufeld kommen“, sagte Jan Kortlepel, Vorstand der Bremer Asset Vermögensverwaltung AG. Sein Unternehmen plant unter dem Titel „Heinrich-Viertel“ eine Anlage mit 28 Wohneinheiten für die „Generation 50 plus“. Sie besteht aus einem U-förmig angeordneten Gebäudekomplex sowie einem zusätzlichen Gebäude mit Gemeinschaftsräumen im Innenhof. Bei einem für August 2012 angepeilten Baubeginn ist die Fertigstellung für Juni 2013 vorgesehen.
„Blick von außen“
„Sie werden heute nicht den Knoten durchschlagen können“, sagte Bürgermeister Axel Jahnz an die Adresse der Ausschussmitglieder. Er riet dazu, „da jemand von außen drauf gucken zu lassen“. Diese Aufgabe sollen nun die Verkehrsplaner des Büros PGT aus Hannover übernehmen. Auf Antrag von Ralf Schepker (SPD) empfahl der Ausschuss nach eineinhalb Stunden einstimmig, das Fachbüro damit zu beauftragen, kurzfristig Lösungen zur Führung des Baustellenverkehrs zu erarbeiten. Dabei sollen laut Jahnz auch Blumenstraße und Königstraße mitbetrachtet werden.
