HUDE - „Um einen Teddy zu machen, braucht man ein Stück Papier, einen Stift, Nadel und Faden, Mohair, ein bisschen Zeit, Ausdauer und Fantasie!“ Jürgen Behrendt muss es wissen. Er ist offizieller Bärenmacher, -designer und -doktor. Der große Mann steht wie ein stolzer Vater neben seinen Teddybären. Während der „Puppen- und Bärenbörse“ am Sonntag im Huder Kulturhof zeigte er den Besuchern seine komplett selbst gemachte Teddybärensammlung. Fast jeder Teddy hat einen Namen und mit einer bestimmten Mimik und Gestik „auch eine Persönlichkeit“. „Das ist nicht Collins, aber Phil. Er passt zu einem lebensfrohen Menschen“, erklärte Behrendt und hält einen hellen Teddy mit einem schwarz-weißen Halstuch hoch.
Vor fünf Jahren hatte er einen Teddybären auf dem Weihnachtsmarkt gewonnen und kurzerhand entschlossen, selbst Hand anzulegen an die plüschigen Gesellen. Mit seinen Werken gewann er im vergangenen Jahr sogar den internationalen Wettbewerb um den „Goldenen George“, der im Bärenhandwerk dem „Oscar“ der Filmbranche entspricht.
Mit Leidenschaft ist der Bärenmacher bei der Arbeit – genau wie Börsenorganisatorin Leokadia Wolfers, die seit 18 Jahren im Puppengeschäft ist. Dutzende Besucher kamen vorbei, um sie ihre betagten Lieblinge auf Herkunft, Alter und Wert schätzen zu lassen. „Aus Thüringen, wahrscheinlich in den 40er Jahren, heute zirka 120 Euro wert“, taxierte sie die dunkelhaarige Puppe auf ihrem Arm, die ihre besten Tage schon hinter sich hat. „Das passt, meine Großmutter kam damals aus Thüringen“, freute sich die Besucherin. So ging es am Sonntag im Kulturhof ständig. Mehr als 300 Besucher nutzten die Gelegenheit, Puppen und Teddybären aus zwei Jahrhunderten zu betrachten und eigene Lieblinge von „Doktoren“ reparieren zu lassen.
