HUDE - Nicht Tage, nicht Wochen, manchmal sogar Monate feilt Gesa Rensmeyer an ihren Ideen. Wie rollt der Ball am besten? Welche Größe muss das Spielfeld haben? Und wie gestalte ich die Spielsteine? Diese Fragen stellt sich die 40-Jährige jedes Mal, bevor sie mit dem Bau ihrer Geschicklichkeitsspiele beginnt.
Grundmaterial ist Holz
Das Interesse an dem Gesellschaftsspaß hat Gesa Rensmeyer nach ihrer Kindheit nie ganz verloren. Seit 1994 arbeitete die Wüstingerin sechs Jahre lang beim Spielefant in Oldenburg. „Mir hat einfach die Arbeit mit Kindern unheimlich viel Spaß gemacht“, erklärt die 40-Jährige. In dieser Zeit begann auch ihre Leidenschaft für die Spieleentwicklung. „2001 habe ich dann mit Flipponee mein erstes Spiel gebaut“, erklärt Gesa Rensmeyer. Das Grundprinzip schaute sich die 40-Jährige beim bekannten Flipperspiel ab.
Schon damals reizte die Wüstingerin vor allem die Leichtigkeit der Menschen beim Spielen: „Es ist toll, wie man mit einfachen Mitteln die Menschen in eine Spielwelt führen kann. Viele vergessen dabei sogar die Zeit“, beschreibt Gesa Rensmeyer ihre Leidenschaft. Viele ihrer Ideen kommen ihr beim Anblick schon bestehender Spiele. „Oder einfach aus Alltagssituationen heraus.“ Häufig helfen ihr auch Kinder und Bekannte und machen Verbesserungsvorschläge. „Vor allem Kinder blühen beim Spielen auf“, freut sich die Tüftlerin.
Das Grundmaterial ihrer Entwicklungen steht ganz klar fest: Holz muss es sein. „Mit dem Bau der Spiele möchte ich auch die Philosophie der Natürlichkeit einbringen“, erklärt die 40-Jährige, die auch durch ihren Mann und Holzkünstler Markus Schaser zu dem Material gekommen ist. „Falls mein handwerkliches Geschick nicht ausreicht, kommt er mir oft zu Hilfe“, weiß die Wüstingerin, der das Atelier Wood Art ihres Mannes genügend Platz bietet.
Im Laufe der Jahre kamen auf diese Weise immer mehr Spiele hinzu, so dass die Huderin 2003 zum ersten Mal mit ihrem mobilen Spieleaktionen und mit rund zehn Spielen im Gepäck loszog. „Damals habe ich das hauptberuflich gemacht“, berichtet die Spieleliebhaberin.
„Doch die Veranstaltungen sind häufig am Wochenende und im Sommer. Da ist es schwierig von dem Verkauf oder den Veranstaltungen zu leben.“ So betrachtet die Huderin die Spieleentwicklung mittlerweile als Hobby, ist bei Anfragen aber gern bereit ihr Spielemobil wieder aufleben zu lassen.
Spiele in der Schule
Seit Februar ist die 40-Jährige als Förderschullehrerin an der Lessingschule in Delmenhorst tätig. Ideal, um auch hier ihre selbst gebauten Spiele einzubringen. So baut die Deutsch- und Mathematiklehrerin in ihrem Unterricht ihre Spiele – beispielsweise das Diamantenspiel – ein. „Die Kinder müssen, je nach dem auf welchem Feld sie mit ihrer Spielfigur kommen, unterschiedliche Fragen aus dem Unterricht beantworten“, erklärt die Wüstingerin.
„So merken die Kinder gar nicht, dass sie gerade lernen.“ Vor allem den Schülern der Förderschule, die oft motorische Defizite haben, blühen bei dem Spiel geradezu auf, weiß Gesa Rensmeyer. Bei soviel positiver Resonanz wird die 40-Jährige sicherlich auch weiterhin nicht auf ihr Hobby verzichten.
