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Hundegesetz Neuregelung greift nicht bei Fehlverhalten

Ascan Dieffenbach

HUDE - Es klingt wie eine große Veränderung für Hundehalter: Die Niedersächsische Landesregierung hat eine Neuregelung des Hundegesetzes beschlossen: Für jeden Hund ist eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, sie bekommen einen Chip zur Erkennung implantiert, und die Halter müssen einen Eignungstest über sich ergehen lassen. Doch für viele Hundebesitzer sind diese Regelungen schon längst Realität, weiß Elke Schlöndorff von „Elkes Welpenschule und mehr“ aus Hude. Tierbesitzer, die zu ihr kommen, müssen bereits über eine Haftpflicht verfügen, und die meisten Hunde seien schon gechippt. „Meine Kunden sind ganz unbesorgt“, so Schlöndorff.

Langfristiger Erfolg fraglich

Ziel der neuen Gesetzesregelung soll es sein, mehr Sicherheit zu schaffen – vor allem im Hinblick auf Beißattacken von Hunden. Doch das könne über ein Gesetz nicht geregelt werden, meint Elke Schlöndorff. „Wenn Leute nicht bei der Stange bleiben, dann bringen auch gesetzlich vorgeschriebene Kurse nichts“, sagt die Fachfrau. Zwar sei es gut, den Haltern zu zeigen, wie sie mit dem Hund umzugehen haben, aber der langfristige Erfolg hänge ganz und gar von der Motivation der Hundebesitzer ab.

„Es muss sich im Kopf etwas ändern, Menschen müssen lernen, Hunde-Verhalten zu lesen“, sagt sie. Als Beispiel nennt sie Gähnen: Es kann ein Zeichen für Müdigkeit sein, muss es aber nicht. Denn Hunde gähnen auch in Stresssituation. Gähnt ein kleiner Pudel also beim Tierarzt während zehn andere Tiere um ihn herum sitzen, ist er nicht müde, sondern eher gestresst.

Grenzen austesten

„Da sehe ich den einzigen Vorteil. Halter lernen vielleicht etwas über die Tiere“, sagt Schlöndorff. Aber das eigene Verhalten gegenüber dem Hund könne nicht gesetzlich geregelt werden. Denn auch Hunde versuchen, Grenzen auszutesten – und zwar ein Leben lang. Deshalb gehe die Arbeit nach der Welpenschule erst so richtig los.

„Hunde sind nicht nach zwei Monaten erzogen“, sagt Elke Schlöndorff, „es ist wie bei Kindern.“ Schließlich habe jeder Hund einen eigenen Charakter und werde noch dazu durch den Charakter der Besitzer geprägt – mit oder ohne Gesetz, also auch mit oder ohne Eignungstest der Halter und Charaktertest der Hunde.


Die Besitzerin der Welpenschule vermutet hinter dem Gesetz etwas ganz anderes: „Möglicherweise will die Politik erreichen, dass weniger Hunde gehalten werden.“ Sie spricht von Fällen, in denen Hunde nur angeschafft werden, „weil es einfach dazugehört“. Also: Ein Ehepaar mit zwei Kindern hat ein kleines Haus – und da fehlt dann nur noch der Hund. Doch nicht immer seien die Familien dafür geschaffen, sagt Elke Schlöndorff. „Diese Entwicklung soll vielleicht ausgebremst werden“, sagt sie.

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