HUDE - Elf Jahre lang hat Karl-Heinz Hinrichs viel Zeit, Mühe und Arbeit investiert, um sein Geschäft „Möbel-Fuchs“, Am Fuchsberg in Hude, aufzubauen. Jetzt ist das Unternehmen pleite. Das Insolvenzverfahren wurde bereits am 26. März eröffnet. Das Ende bedeutet das aber nicht: Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Dirk Rüffert aus Oldenburg, akzeptierte am Donnerstag ein Angebot von Hinrichs, Objekte aus der Insolvenzmasse zu kaufen, um am gleichen Standort einen Neuanfang zu wagen.

Neben der Ausstellungshalle Am Fuchsberg in Hude ist auch eine Zweigstelle in Rhauderfehn von der Insolvenz betroffen. Erst vor einem Dreivierteljahr wurde dort Eröffnung gefeiert. Die Geschäfte liefen nicht besonders gut. Karl-Heinz Hinrichs steckte viel Energie in den Nebenstandort, verlor dabei Hude etwas aus den Augen. „Ich habe mich zu stark auf Rhauderfehn konzentriert. Die Eröffnung dieses Standortes war ein Fehler“, sagt Hinrichs. In wirtschaftliche Schräglage sei Möbel-Fuchs aber vor allem durch die Insolvenz eines Großkunden geraten: „Da war unser Schaden beträchtlich.“

Drei Angestellte haben für Karl-Heinz Hinrichs gearbeitet. Kündigungen wurden bereits ausgesprochen. Der Insolvenzverwalter hatte die vorläufige Verwaltung schon am 13. Februar übernommen und sich einen Überblick über die Sachlage verschafft. „Es war keine Liquidität mehr vorhanden“, so Rüffert.

Aufgeben will Hinrichs aber nicht. Jetzt, wo der Kaufvertrag für Küchen und Elektrogeräte aus der Insolvenzmasse unter Dach und Fach ist, kann Karl-Heinz Hinrichs wieder nach vorne blicken. „Die letzte Zeit war heftig, aber jetzt geht es weiter.“

In rund drei Wochen soll Neueröffnung sein. Geplant ist ein fließender Übergang von „Möbel-Fuchs“ auf „Hinrichs-Küchenfuchs“. Die Geschäftsführung übernimmt Karl-Heinz Hinrichs’ Ehefrau. Einen seiner Mitarbeiter, Jürgen Kruse, will Hinrichs dann wieder einstellen, zwei Stellen fallen aber vorerst weg. Der Unternehmer rechnet damit, dass es dann wieder bergauf geht: „Wir haben unsere Fix-Kosten deutlich reduziert. Wir hoffen, dass unsere Kunden uns die Treue halten.“ Alten Kunden wolle er „so weit es geht“ entgegenkommen. Durch die Insolvenz habe kein Kunde seine Anzahlung für eine Küche verloren. „Jeder wird seine Küche bekommen“, verspricht Hinrichs. Für den Aufbau der Küchen soll weiterhin Joachim Janssen mit seiner Firma zuständig sein.


In der Zwischenzeit wird die Ausstellungshalle neu bestückt. „Hinrichs-Küchenfuchs“ will das komplette Sortiment an Elektrogeräten und hochwertige Küchen an die Kunden bringen.

Ist der Neustart erst einmal geglückt, will Karl-Heinz Hinrichs auch wieder in seine „Kochschule“ einladen. Dort sollen dann themenbezogene Kochkurse stattfinden.