HUDE - Die CDU-Fraktion im Huder Gemeinderat hat einen Antrag gestellt, eine Gesellschaft zu gründen, die auf den Dächern öffentlicher Gebäude Solaranlagen einrichtet. Träger der Gesellschaft sollen Bürger sein. Die NWZ befragte dazu den Pressesprecher der CDU-Fraktion, Horst Linnemann.

Frage: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine solche Gesellschaft zu gründen?

Linnemann: Zunächst einmal habe ich die Gründung und Entwicklung der „PVA-Real-Ganderkesee GbR“ in unserer Nachbargemeinde verfolgt und auch eine der Versammlungen besucht. Wie in der Presse berichtet, wird in Ganderkesee eine Solaranlage von zirka 210 qm auf dem Dach der Realschule angebracht. Eine solche Gesellschaft wäre eine konsequente Umsetzung des Schlagwortes „Energiewende in Hude“. Und zu guter Letzt habe ich selbst eine Photovoltaikanlage auf meinem Dach und optimiere damit meine eigene „Energiebilanz“.

Frage: Sie wollen vor allem die Bürger für eine solche Gesellschaft gewinnen...

Linnemann: ...nur die Bürger möchte ich gewinnen. Sie sollen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) tragen. Die Politik soll sich völlig heraus halten. Ein solches Projekt darf nicht dem Parteiengerangel zum Opfer fallen. Daher soll ja auch Bürgermeister Axel Jahnz die Schirmherrschaft übernehmen.


Frage: Wie hoch sind die Einlagen, die interessierte Bürger leisten müssten?

Linnemann: In Ganderkesee ist eine Mindesteinlage von 500 Euro vorgesehen. Bei Anschaffungskosten von – beispielsweise – 130 000 Euro könnten sich also bis zu 260 Bürger beteiligen.

Frage: Und welchen Vorteil ziehen sie daraus?

Linnemann: Abgesehen von der ökologischen gibt es auch eine wirtschaftliche Komponente. Der erzeugte Strom wird ins örtliche Netz eingespeist. Dafür erhält die GbR vom Energieversorger 20 Jahre lang einen gesetzlich garantierten Festpreis pro Kilowatt. Dann erhalten die Gesellschafter in jedem Jahr einen Teil der Einlage zurück. Beispielrechnungen aus Ganderkesee sehen eine Rendite von durchschnittlich bis zu fünf Prozent vor. In Abhängigkeit vom verbliebenen Kapital variiert diese vom ersten bis zum letzten Jahr.

Frage: In Ihrem Antrag schlagen Sie vor, eine erste Anlage auf dem Dach einer Huder Schule zu installieren. Wie würde diese profitieren?

Linnemann: Durch die Festsetzung des Gedankens regenerativer Energien in den Köpfen der Schüler. Eine „Öko-Uhr“ an der Schulwand könnte beispielsweise die erzeugten Strommengen anzeigen, die Schüler könnten in einer Art „Öko-AG“ zu Anhängern von umweltfreundlicher Energieerzeugung werden.

Frage: Wie hoch schätzen sie die Antragschancen ein?

Linnemann: Hoch! Wer die „Energiewende in Hude“ wirklich will, der kann nicht dagegen sein. Und die Verbreitung regenerativer Energie steht hier ja im Vordergrund.

Frage: Und die wirtschaftliche Komponente...

Linnemann: ...ist ein zusätzlicher Anreiz. Der Strompreis ist immerhin für 20 Jahre festgeschrieben, das wäre eine krisensichere Anlageform.