Hude - Zwar ist das halbe Jahr 2018 bereits verstrichen, doch erst am Dienstag konnte der Vorstand der Vereinigten Volksbank Ganderkesee-Hude-Bookholzberg-Lemwerder innerlich einen Haken an das Geschäftsjahr 2017 malen. Bei der Versammlung der 141 Vertreter wurde der Jahresabschluss festgestellt und der Vorstand – bestehend aus Jürgen Kikker, Sascha Knaack und Oliver Frey – entlastet.

„Jammern“, so Frey, „wollen wir wirklich nicht, auch wenn die Bedingungen auf dem Finanzmarkt weiterhin herausfordernd sind.“ Bezug nahm das Vorstandsmitglied dabei auf das Niedrigzinsniveau und die aufsichtsrechtliche Regulierung. Dennoch: „Das Geschäftsjahr hat sich sehr positiv entwickelt, wir liegen sogar über unserem geplanten Ergebnis“, freute sich Jürgen Kikker.

Eine positive Bilanz zog der Vorstand auch nach der Fusion der Volksbanken aus Hude und Ganderkesee in 2016. „Wir ernten jetzt die Früchte dieser Zusammenlegung“, konstatierte Frey. Gut sei daran vor allem, dass Synergieeffekte nun viel besser genutzt würden und auch die Mitarbeiter attraktivere Arbeitsplätze hätten.

Die Bilanzsumme in 2017 betrug 647 Millionen Euro (2016: 603 Millionen). Insgesamt 133 Mitarbeiter beschäftigt die Bank derzeit und sie hat 31336 Kunden. „Die Investitionsbereitschaft der Kunden blieb weiterhin hoch. Vor allem beim Wohnungsbau hält der Boom an“, zeigte sich Frey erfreut. Die Kundenforderungen der Bank stiegen um 6,9 Prozent auf 444 Millionen Euro. Besonders ist laut Vorstand, dass trotz des geringen Zinsniveaus die Kundeneinlagen gestiegen sind – nämlich um 7,6 Prozent auf 469 Millionen Euro. „Immer mehr Menschen investieren in Fonds“, so Knaack.

Ein großer Verwaltungsakt sei im Februar die Umstellung auf ein neues technisches System gewesen. „Das hat reibungslos geklappt. Dennoch müssen wir alle das Programm noch kennenlernen“, sagte Knaack weiter. Zwar habe man nicht verhindern können, dass auch die Kunden kleine Veränderungen zu spüren bekamen, jedoch sei versucht worden, diese so gering wie möglich zu halten.


Ein wichtiges Schlagwort für das laufende Jahr ist weiterhin die Digitalisierung. „Wir sind keine Internetbank und wollen es auch nicht werden. Aber wir wollen uns den technischen Entwicklungen nicht verschließen“, begründete Frey zum Beispiel die Weiterentwicklung der eigenen Banking-App oder die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens mit EC-Karten. „Es gibt schon länger das System ,Kwitt’, mit dem Kunden Geld senden und empfangen können. Nun kooperieren wir diesbezüglich auch mit der Sparkasse“, ist Frey froh über den Fortschritt. Auch das sogenannte „scan to bank“ werde immer häufiger genutzt. Dabei können Kunden eine Rechnung mit dem Smartphone einfach abfotografieren. Die Überweisungsdaten werden automatisch in ein Formular eingetragen. Nur noch bestätigen und fertig. Aber ob das wirklich sicher ist? „Ja“, beruhigt Oliver Frey. „Was die App angeht, hatten wir noch überhaupt keine Schäden. Und auch beim Online-Banking gab es in den letzten Jahren nur zwei Fälle, in denen etwas schief gelaufen ist“, fügt er hinzu. Dies könne aber bei papiernen Überweisungsträgern ebenso passieren. Abgesehen davon seien diese Schäden über die Bank versichert. Aktuell werden ab dieser Woche in den Filialen nach und nach W-Lan-Hotspots für die Kunden eingerichtet. Sie können dann für jeweils eine Stunde kostenlos surfen und die digitalen Angebote ausprobieren.