HUDE - Wer erinnert sich noch an die „Mundorgel“? Vor 50 Jahren, als das Martin-Luther-Gemeindehaus (MLG) in Hude eröffnet wurde, stand die Liedersammlung in Jugendsingkreisen hoch im Kurs. Am Sonntagnachmittag erklangen die fröhlichen Texte aus dem millionenfach verkauften Liederbuch wieder – gesungen vom elfköpfigen Projektchor, der sich eigens zum Jubiläum gebildet hatte. In die Lieder, die im Wechsel mit Songs aus dem Repertoire der „Huder Gospelsingers“ dargeboten wurden, stimmten auch viele Besucher des Gemeindefestes gerne mit ein. Neben der Reminiszenz an die Vergangenheit wurde auch musikalisch in die Zukunft geschaut, nämlich mit zwei neuen Liedern, die – so erwartet Pastor Reiner Backenköhler – im nächsten Jahr beim Deutschen Kirchentag in Bremen zu Hits werden könnten.

Das Jubiläumsfest war ein Spiegelbild des vielfältigen Gemeindelebens, das sich im MLG abspielt: Der Catharinen-Chor und die Bläserchöre wirkten mit. Ältere Gäste erfreuten sich an Darbietungen der Seniorentanzgruppe „Der fröhliche Kreis“ – auch Pastor Backenköhler und seine Kollegin Dörte Kramer tanzten mit. Jugendliche führten Konfirmandenunterricht gestern und heute auf. Daneben gab es eine Menge Angebote für Kinder: Besonders dicht umlagert war die Button-Maschine. Kaum ein Kind streifte ohne selbst gebastelte Anstecker durch den MLG-Garten. Vor allem Buttons in Schwarz-rot-gold wurden gefertigt, aber auch die spanischen Farben waren zu sehen. Torwandschießen, Sackhüpfen und Filzen wurden ebenfalls angeboten.

Als pfiffige Idee entpuppte sich die Pflasteraktion: Kinder und Erwachsene durften ihren Namen in Steine einritzen, die jetzt gebrannt und dann den Weg zum Gemeindehaus zieren werden. „Wir sind mehr als 100 Steine losgeworden“, berichtete Anke Janzen, die zu den vielen Helfern rund ums MLG-Jubiläum zählte. Im Zentrum stand Erika Murr, die als Leiterin des Mitarbeiterkreises federführend bei der Organisation gewesen war. Ihr Engagement wurde auch gewürdigt, als Pastor Reiner Backenköhler und Martin Domann die Bedeutung der Farben der Luther-Rose interpretierten. Das rote Herz im Mittelpunkt des Wappens, das die Frauengruppe der Kirchengemeinde aus einer Vielzahl von farbigen Gewürzen gestaltet hatte, sei „so groß wie das von Erika“, sagte Domann.

Backenköhler zeigte sich als „Hausherr“ rundum zufrieden mit dem Gemeindefest. Wegen des Jubiläums seien noch mehr Menschen als sonst gekommen.