HUDE - Der „Justizverein Landkreis Oldenburg“ lässt in seinen Bemühungen, den Zuständigkeitsbereich des Wildeshauser Amtsgerichts auch um die Gemeinden Hude, Hatten und Wardenburg zu erweitern, nicht nach. Bislang sind die drei Kommunen dem Amtsgericht Oldenburg zugeordnet. Von einer Verlagerung nach Wildeshausen verspricht sich Martin Delank, 1. Vorsitzender des Justizvereins, indes mehr Bürgernähe und Flexibilität.

Das Amtsgericht in der Kreisstadt sei als kleine Einheit überschaubarer und biete mehr Verlässlichkeit als der überlastete und „aus allen Nähten“ platzende Gerichtsstandort Oldenburg. Das Argument der längeren Wege und schwierigeren Erreichbarkeit lässt Delank nicht gelten. „Der normale Bürger steht einmal im Leben vor Gericht, die wenigsten nutzen öffentliche Verkehrsmittel.“ Für Wildeshausen spreche die Verknüpfung mit dem Kreis-Jugendamt, das mit vielen Fällen, die vorm Familiengericht oder Strafgericht verhandelt werden, zu tun habe.

Um deutlich zu machen, dass er eben nicht ein Verein ist, der nur Wildeshauser Interessen vertritt, will der Justizverein künftig Informationsveranstaltungen in den Gemeinden anbieten, um die er buhlt. Dabei will der Justizverein auf sein Anliegen, die Stärkung des Amtsgerichts Wildeshausen und des Landkreises Oldenburg, aufmerksam machen. Das Werben für die Einräumigkeit soll indes nicht im Vordergrund stehen. „Wir wollen den Bürgern in erster Linie Rechtsinformationen geben“, betont Delank.

Den Auftakt macht am Montag, 4. Oktober, eine Veranstaltung im Gasthof Burgdorf in Hude zum Thema „Betreuung – Vorsorgevollmacht – Patientenverfügung“. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Martin Delank als Moderator sowie drei Referenten wollen dabei allen Familienangehörigen, ehrenamtlichen Betreuern und weiteren Interessierten die Gelegenheit geben, sich über die aktuellen rechtlichen Veränderungen auf den neuesten Stand zu bringen. „Das Betreuungsrecht gewinnt zunehmend an Bedeutung“, weiß Delank. Neben Egbert Ahlrichs als Geschäftsführer des Betreuungsvereins Oldenburg-Land stehen Werner Schulz, Richter am Amtsgericht Wildeshausen, sowie Rechtsanwalt und Notar Torsten Rückoldt aus Brake Rede und Antwort. Die Gastgeber haben den Juristen aus der Wesermarsch nicht zufällig eingeladen: „Wir haben uns die Idee einer solchen Veranstaltung ein wenig vom Justizverein Brake abgeschaut. Dort liefen solche Angebote sehr erfolgreich“, erläutert der Harpstedter Rechtsanwalt Götz Rohde, gleichzeitig Pressesprecher des Justizvereins Landkreis Oldenburg. Auf eine ähnlich gute Resonanz hoffen Delank und Rohde auch in Hude.