HUDE - Zum letzten Mal nahm der Verein „Kinderaugen“ am Sonnabend in Hude Sachspenden für die diesjährige Fahrt nach Litauen an. Jetzt stapeln sich so viele Kartons im Lager, dass am 6. Mai problemlos ein ganzer Lastwagen voller Hilfsgüter auf die Reise nach Salcininkai geschickt werden kann.
Zu den Spenden, die von Privatleuten abgegeben wurden, zählten vor allem Kinderbetten, Spielzeug, Kindermöbel, Schulmaterial, Bettwäsche und Sportartikel. Der FC Hude spendete seine ausrangierten Fußballtrikots. „Die Resonanz war sehr positiv“, freute sich Silvia Schubert. Dieses Mal seien die Leute besonders früh dran gewesen. „Als wir 20 Minuten eher ankamen, standen die Menschen schon Schlange.“ Zehn Mitglieder des Vereins waren im Einsatz, um die Spenden in Kartons zu packen oder größere Gegenstände abzuholen, darunter auch eine Heimorgel und ein Trimmrad für das Krankenhaus.
Dieses Jahr fährt der Verein mit nur einem Lkw nach Litauen. „Wir müssen jetzt Schluss machen, mehr können wir wirklich nicht annehmen", so Schubert. Die fehlenden Lagermöglichkeiten nach der Schließung der DRK-Rettungswache am Stöverskamp bringen den Verein in zusätzliche Platznot. Gesucht werden lediglich noch Lego und Duplo für den Kindergarten in Litauen. Wer diese Spielsteine abzugeben hat, wird gebeten, sich unter 04408/6150 mit dem Verein in Verbindung zu setzen.
Am 6. Mai wird der angeforderte Lkw in Schierbrok beladen und nach Salcininkai geschickt. Zwei Tage später machen sich fünf Mitglieder des Vereins (aus Zeitgründen) per Flugzeug auf den Weg nach Litauen. „Wir zahlen unseren Flug selbst“, betont Silvia Schubert. „Dafür wird kein Geld des Vereins verwendet.“
Am 10. Mai werden dann die Spenden in Salcininkai verteilt. Ein Kindergarten, ein Krankenhaus, eine Schule und eine Sozialstation, die sich um ältere Menschen und bedürftige Familien kümmert, profitieren von der Spendenbereitschaft der Huder. Besonders freut Schubert sich über eine Musikanlage, CDs, Bälle und Gymnastikmatten, die ein Bewegungsangebot im Kindergarten ermöglichen. „So etwas ist in Litauen völlig unbekannt“, erklärt sie. Aber gerade das sei das Schöne an der Zusammenarbeit. „Man bringt nicht nur Hilfsgüter mit und füllt Regale, sondern man schafft auch Impulse“.
Die diesjährige Fahrt nach Litauen ist die fünfte und letzte. „Da haben wir schon ein Stück Hude hinterlassen“, sagt Schubert. Jetzt würden vor allem medizinische Geräte im Krankenhaus benötigt, und das könne der Verein Kinderaugen nicht leisten. „Wir bleiben weiter in Kontakt“, versichert Schubert. „Aber nach dieser Fahrt wenden wir uns etwas Anderem zu.“ Wer sich dann über die Hilfe der Huder freuen darf, steht noch nicht fest.
