HUDE - Die Planer, Handwerker, Zuschussgeber und Spender informierten sich gestern auf der Baustelle. Die Kosten der Renovierung belaufen sich auf 66 000 Euro.
Von Matthias Kosubek
HUDE - Als ein Wahrzeichen nicht nur Hudes, sondern des ganzen Landkreises, ein „Juwel für die Region“ und ein Baudenkmal von internationaler Bedeutung würdigte gestern Hudes Bürgermeister Axel Jahnz die Klosterruine. All jene, die finanziell, planerisch und handwerklich an der zurzeit laufenden Renovierung dieses Baudenkmales beteiligt sind, trafen sich gestern Nachmittag, um sich über den Stand der Anfang vergangener Woche von der Firma „Rope Access Solutions“ begonnenen Sanierungsarbeiten (die NWZ berichtete) zu informieren.Mit dabei waren unter anderen Landrat Frank Eger, der ehemalige Kreis-Baudezernent Folker von Hagen, Architekt Manfred Beier vom Oldenburger Büro Angelis & Partner, Margaretha von Witzleben als Eigentümerin des Klosterbezirkes, Johannes Fischer von der Landesbehörde für Geoinformationen, Landesentwicklung und Liegenschaften, Filialdirektor Michael Glade von der OLB in Delmenhorst und Elge Gerdes-Röben als Vorsitzende des Vereins der Klosterfreunde.
Durch den Einsatz der Industriekletterer anstelle des Aufbaues eines Baugerüstes spare man viel Geld, berichtete Jahnz. Statt 106 000 Euro werden 66 000 Euro ausgegeben, um die Mauerkrone zu sanieren. Pflanzenwuchs, der dem Mauerwerk schadet, wird entfernt, lose Steine werden neu vermauert, die obere Mauerschicht abgesichert, das Bauwerk teilweise neu verfugt. Das Land Niedersachsen steuert insgesamt 39 500 Euro bei, der Landkreis Oldenburg und die Gutsverwaltung von Witzleben je 5000 Euro, die OLB-Stiftung 4500 Euro, den Restbetrag von 12 000 Euro übernimmt die Gemeinde Hude. Mitte Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Um das Baudenkmal, das auch einen wichtigen Faktor für den Fremdenverkehr darstelle, für die Nachwelt zu erhalten, so Eger, sei die öffentliche Hand auch auf Sponsoren angewiesen.
Da sie voll der Witterung ausgesetzt sei, brauche die Ruine mehr Pflege als ein geschlossenes Gebäude, erläuterte Beier, der für die Zukunft regelmäßige Überprüfungen etwa alle drei Jahre anmahnte. Er erinnerte an frühere Renovierungsarbeiten 1878, kurz vor dem ersten Weltkrieg, in den 30er und den 50er Jahren und schließlich die große Restaurierungsmaßnahme in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als erstmals an der Mauerkrone renoviert wurde. Für die neue Vermauerung verwende man aus Qualitätsgründen Fertigmörtel und nicht den im Mittelalter üblichen Muschelkalkmörtel. Beim Auswechseln der Steine sei man sehr zurückhaltend. Das alte Mauerwerk solle möglichst erhalten bleiben.
