Hude - In Hude stehe die Kirche nicht mitten im Ort, und des gebe auch keinen Marktplatz, machte Ulrike Janz-Janzen (SPD) am Mittwoch deutlich, dass die Aufstellung eines Entwicklungskonzeptes für den Ortskern große Bedeutung hat, um das Zentrum attraktiver gestalten zu können. Der Erlebniswert müsse steigen, um für mehr Besucherfrequenz zu sorgen, betonte ihr Fraktionskollege Heiko Aschenbeck. Dirk Vorlauf (CDU) freute sich, dass es gemeinsamer Wunsch sei, die derzeitige „Gemengelage“ im Zentrum zu ordnen.
Bei nur einer Enthaltung von Kirsten Neuhaus (Grüne) hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Mittwoch denn auch den Beschlussvorschlag auf den Weg gebracht, für den zentralen Versorgungsbereich von Hude ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept zu erarbeiten.
Grob geschätzt werden dafür Kosten von rund 30 000 Euro entstehen, berichtete Martina Schneider vom Amt für Gemeindeentwicklung. Ob dieses Konzept dann auch für Anträge auf Mittel aus der Städtebauförderung genutzt werden kann, sollen die Ergebnisse zeigen.
Man sollte sich zügig auf den Weg machen, „weil wir die Veränderungen spüren“, warb Bürgermeister Holger Lebedinzew für das Konzept, das in enger Abstimmung mit den Eigentümern und den Geschäftsleuten sowie den Anwohnern, zeigen soll, wohin die Reise im Ortskern gehen kann. Es gebe einen gravierenden „Wandel in der Huder City“. Einzelhändler gäben auf, oft würden Dienstleister in die leerstehenden Geschäftsräume einziehen. Der Bürgermeister nannte den Rossmann-Neubau, der viel kritisiert wurde. Man habe in der Vergangenheit geschaut, was passiere. „Wir freuen uns dann oder ärgern uns“, so Lebedinzew. Es sei wichtig, eine gewisse Ordnung in die weitere Entwicklung zu bringen und den Eigentümern einen festen Rahmen zu bieten, was man künftig baulich zulassen wolle oder nicht. Wie eng dieser Rahmen gesetzt werde, wolle man gemeinsam erarbeiten.
Gut 20 Jahre werde schon über den Kernort diskutiert. Es sei ihrer Meinung nach „schon fast fünf nach zwölf“, erklärte Ulrike Janz-Janzen (SPD). Sie begrüßte, dass es jetzt zum Grundsatzbeschluss komme. „Wir sollten dabei auch das Rad nicht neu erfinden, sondern uns gute Beispiele aus anderen Kommunen anschauen“, wünschte sich die SPD-Frau.
Karin Rohde (Grüne), sagte, dass sie grundsätzlich auch dafür sei. Sie verwies aber zugleich darauf, dass es schon viele Konzepte gebe. So umfasse das Dichtemodell zur Bebauung auch den Kernort.
„Viele warten darauf, dass wir an dieser Stelle anfangen“, warb der Bürgermeister noch einmal für das städtebauliche Konzept. Es mache Sinn, den Ort von der Mitte nach außen zu planen.
„Wo wollen wir 2025/2030 stehen“, nannte Pascal Buntrock (FDP) die Zielrichtung. Es sei sehr viel Kreativität gefordert, denn es reiche nicht, dass alles nur zu erhalten.
Wie die Erarbeitung des Konzepts erfolgen soll, muss noch festgelegt werden. Die Idee sind zum Beispiel moderierte Workshops. Kirsten Neuhaus von den Grünen wünschte sich auf jeden Fall auch einen Beteiligungsprozess mit allen Bürgern. Es gebe unterschiedliche Modelle mit mehr oder weniger Einbeziehung aller Bürger, sagte dazu Planer Michael Meier (NWP). Wichtiger Punkt sei aber vor allem, die Leute in diesem Prozess mitzunehmen, die vor Ort investierten, also die Eigentümer.
