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Konzept Hude bewahrt Altes und entdeckt Neues

Stephan Onnen

HUDE - Allgemeines Kopfnicken und zustimmendes Klopfen auf den Tischen – mit der Vorstellung des touristischen Entwicklungskonzeptes für Hude traf die Touristik-Palette am Donnerstagabend im Wirtschaftsausschuss auf Wohlwollen. Zweieinhalb Jahre wurde an dem Konzept gefeilt, das auf 36 Seiten Zahlen und Fakten zum Tourismus in der Klostergemeinde zusammenträgt und eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen gibt, die Martina Weisensee und Kerstin Slonka vortrugen. Was davon wann umgesetzt werden kann, soll jetzt eine Arbeitsgruppe festlegen, die sich aus Mitarbeitern der Verwaltung, der Touristik-Palette und Vertretern der einzelnen Fraktionen des Gemeinderats zusammensetzt. Es sind zwei Zusammenkünfte Anfang und Ende Mai geplant, um für die Mitte Juni geplante nächste Ausschuss-Sitzung eine Prioritätenliste zu erarbeiten.

Martina Weisensee stellte das Konzept unter das Motto eines schwedischen Sprichworts: „Bleibe dem Alten geöffnet, aber verschließe dich nicht dem Neuen.“ Um Gäste nach Hude zu locken, setzt man vor allem auf den Klosterbezirk als Alleinstellungsmerkmal, das es zu stärken gelte, und auf das Erleben der Natur in den Mooren und im Hasbruch. Die von der Gemeinde initiierte Machbarkeitsstudie für ein „Natur- und Kulturfoyer“ sieht die Touristik-Palette als Antwort auf die Frage von Hermann Dunkler-Gronwald (SPD) nach einem besonderen „Highlight“ im Konzept. „Das Natur- und Kulturfoyer würde das Huder Potenzial bündeln“, sagte Weisensee. Nach den Sommerferien rechnet die Verwaltung mit Ergebnissen der Machbarkeitsstudie.

Um Hudes gute Stube noch attraktiver zu machen, wird vorgeschlagen, das Wassermühlrad wieder herzustellen, die Klosterruine zu beleuchten, für eine einheitliche Ausschilderung zu sorgen und mit der Gutsverwaltung langfristige Regelungen für Veranstaltungen zu treffen.

Den Bereich der Sport- und Freizeitaktivitäten möchte die Touristik-Palette ausgebaut wissen. Der Gemeinde wird vorgeschlagen, einen Naturerlebnispfad am Sandersfelder See anzulegen, Reit- und Wanderwege instandzusetzen und auszuschildern. Die Touristik-Palette will Schnupper- und Pauschalangebote in Kooperation mit Anbietern in den Bereichen Golf, Reiten und Tennis ausbauen, Kartenmaterial neu auflegen und Rundtouren ausarbeiten. Auch ein Fahrradverleih am Wochenende wird angeregt. Die Angebotsqualität bei den Gästeführerungen soll erhöht werden – durch die Ausbildung neuer Gästeführer und die Entwicklung szenischer und erlebnispädagogischer Gästeführungen. Auch die Ansiedlung eines Vier-Sterne-Hotels mit der Ausrichtung Landidyll und die Schaffung eines Baumhaus-Hotels gehören zu den Empfehlungen.

Ganz oben auf der Liste steht die Erstellung eines besucherfreundlichen Beschilderungs- und Leitsystems im Ort. Ein Thema wird auch die künftige Finanzierung der Touristik-Palette sein. Die jetzige Bezuschussung läuft Ende 2011 aus. Die Touristik-Palette wünscht sich eine langfristige vertragliche Regelung der Förderung und die Schaffung einer Tourist-Information „als vollwertigen Dienstleister“, der nicht nur an fünf Vormittagen in der Woche die Gästeberatung gewährleistet.


Hauptzielgruppen sind Menschen im Alter von 45 bis 64 Jahren, die so genannten „Best Ager“, und Familien mit Kindern. Gerade bei Letzteren habe sich Hude zu einem „Geheimtipp“ für den Urlaub entwickelt, betonte die Vorsitzende der Touristik-Palette, Kirsten Jensen-Gentsch.

Die Übernachtungszahlen

in der Gemeinde Hude haben sich positiv entwickelt: Basierend auf Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 22 993 Übernachtungen im Jahr 2010 gezählt. Das ist das bisher beste Ergebnis und entspricht einem Zuwachs um fast 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei einer Befragung durch die Touristik-Palette gaben die Gastgeber für 2009 eine „gute Auslastung“ und für 2010 „eine sehr gute Auslastung“ ihrer Bettenkapazitäten an.

Die Hauptbelegung findet in den Monaten April bis Oktober statt. Spitzenmonat in 2010 war der September mit 3000 Übernachtungen. Als Verweildauer werden Aufenthalte von drei Tagen beziehungsweise einem Wochenende und Kurzurlaube von sieben Tagen angegeben.

Im Durchschnitt gibt ein Gast 131,60 Euro pro Übernachtung aus. Das ergibt für Hude rein rechnerisch einen Umsatz von mehr als drei Millionen Euro.

268 Betten umfasste das Übernachtungsangebot in Hude im Jahr 2010. In der Statistik werden allerdings nur gewerbliche Betriebe mit mindestens neun Betten berücksichtigt. Bezieht man die zahlreichen privaten Gastgeber mit weniger als neun Betten mit ein, geht die Touristik-Palette von rund 100 zusätzlichen Betten aus, so dass die Statistikwerte um etwa ein Drittel nach oben korrigiert werden können. Demnach hatte Hude in 2010 insgesamt rund 30 650 Gästeübernachtungen.

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