HUDE - HUDE/JULO - Moderne Robin Hoods waren am Osterwochenende im Huder Kreativzentrum im Einsatz. Die Kursteilnehmer bauten ihre eigene Langbogen. Doch vor dem ersten Schuss flossen Schweiß und Späne.

„Heute wird der Holzrohling in Form gebracht“, erklärte Seminarleiter Klaus-Dieter Thomke das Programm des Sonnabends. Jeder Teilnehmer bekam dazu ein langes viereckiges Stück Hickoryholz und eine Raspel. Unter der Anleitung von Thomke wurde dann mehrere Stunden lang an den richtigen Stellen gefeilt, um das noch gerade Holz tags darauf zu biegen. Besonders stolz zeigten sich die Teilnehmer nach vollendeter Arbeit über ihr selbst gebautes Stück. „Die Teilnehmer wachsen während der zwei Tage mit ihrem Bogen richtig zusammen; jeder baut seinen individuellen Bogen“, so Thomke.

Hickoryholz stammt von einem nordamerikanischen Nussbaum, ist sehr widerstandsfähig und fest. Im Mittelalter nahm man Eibenholz, welches heute nicht mehr so verfügbar ist, wusste der Seminarleiter zu berichten. Die Widerstandsfähigkeit von Eibenholz zeige sich vor allem bei den Funden der „Mary Rose“. 1545 sank die Flotte vor Portsmouth mit 138 Langbögen an Bord. 650 Jahre hatten die Bögen im Schlick gelegen und waren dennoch gut erhalten geblieben.

Die Sehne am Bogen wird ebenfalls selbst gekordelt, geflochten und gewachst. „Hier bauen sich alle genauso einen Bogen, wie man ihn im Museum finden kann. Wir orientieren uns am historischen Vorbild“, so Thomke.

Pfeile aus Holz – mit echten Truthahnfedern – wurden am Sonntag hergestellt. Nach einer kleinen Einweisung von Thomke durften die Teilnehmer am Sonntag auf Zielscheiben schießen. „Erstmal muss man ein Gefühl für das Schießen mit dem Bogen bekommen. Dahinter steckt sehr viel Energie“, so Thomke. Dabei gehe es aber nur um den sportlichen Aspekt. In Japan werde dieser Sportart auch als Konzentrationsübung betrieben, so der begeisterte Bogenschütze Thomke.