HUDE - Ein schmaler Weg bedeckt mit Schotter windet sich zur Rückseite des Huder Kulturhofs hin. Links ein Spindel aus Naturstein, rechts ein großer Erdwall auf dem es kreucht und fleucht. Es wird gebuddelt, gehakt, gegossen und gejätet – doch sind es kleine Hände, die hier in Aktion sind, Torf aus dem Boden stechen oder Erdreich abtragen. Der Garten hinter dem Kulturhof gleicht einer Baustelle. Allerdings einer, auf der schon vieles geschafft ist.
„Naturnahes Erleben und Pflanzen“ lautet das Motto der Aktion, die in den Osterferien auf dem Kulturhof läuft. Gefördert wird das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit einem Betrag von 1300 Euro.
Die Arbeit sei zwar „ganz schön hart“, sagt die sechsjährige Emily Hagedorn, die gerade einen Setzling getragen hat. „Aber Gartenarbeit macht Spaß. Zu Hause helfe ich meiner Mutter auch beim Blumen pflanzen.“
29 Kinder packen an diesem Tag mit an. Wer keine Lust hat, der bleibt drinnen im Trockenen und spielt. Doch die Kinder verbringen ihre Zeit lieber draußen und sorgen dafür, dass aus dem Außengelände des Kulturhofs ein echter Wohlfühl-Garten wird.
„Und sie lernen nebenbei noch heimische Gehölze und Kräuter kennen“, freut sich Kulturhof-Leiterin Anja Peters. Schlehe, Wildapfel oder Thymian – die Kinder bekommen von Tammo Heckmann vom Huder Gartenbaubetrieb Heckmann fachkundige Anleitung.
So weiß Niklas Crull jetzt etwa, dass Zitronen-Melisse nicht neben Liebstock stehen darf, weil sonst das Aroma verfliegt. Der Großvater des Elfjährigen, Detmar Claußen, hatte die neue Kräuterspindel zusammen mit den Kindern gebaut.
Neben der Spindel entstand ein Wall, den die Kinder jetzt bepflanzen. Dahinter ragt ein Holzhaus empor, es gibt eine Sitzgruppe aus Findlingen und eine Schaukel – fast alles, was Kinder, zwischen sechs und zehn Jahren zum Wohlfühlen brauchen.
Das Projekt läuft noch bis zum Ende der Ferien. Am kommenden Mittwoch werden die Kinder im Kulturhof mit den Kräutern kochen, die sie selber gepflanzt haben.
„So erleben sie den ganzen Prozess, vom Pflanzen bis zum Ernten und Kochen“, erklärt Anja Peters. „Und Spaß macht es auch.“
