HUDE/LANGENBERG - Der Einzugsbereich würde weit über Hude hinausgehen. Die Investition liegt „im Millionenbereich“.
Von Wolfgang Redlich
HUDE/LANGENBERG - Für den „Schandfleck“ der Gemeinde Hude zeichnet sich eine neue Nutzung ab: In der ehemaligen Verzinkerei in Langenberg will Gastronom Peter Burgdorf eine Großraum-Discothek „mit industriellem Charme“ eröffnen. Diesen Plan hat Burgdorf, der quasi nebenan bereits die Discothek „Fassboden“/„Yo“ betreibt, gestern bei einer Pressekonferenz in seiner Gaststätte an der Hohen Straße vorgestellt.Wie Burgdorf mitteilte, hat es bereits erste Gespräche mit dem Eigentümer der Verzinkerei gegeben. Dieser hätte dort zwar, wie mehrfach berichtet, gerne ein Einkaufszentrum errichtet – dies war aber an der Ratsmehrheit gescheitert. Daher steht der Eigentümer jetzt einer Nutzung als Disco „durchaus positiv gegenüber“, gab Burgdorf aus dem Gespräch wieder.
Die mögliche Investitionssumme wollte Burgdorf gestern nicht nennen, sie liege aber „im Millionenbereich“. Die Eröffnung könne, „wenn‘s gut läuft“, noch 2006 vonstatten gehen.
Für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen (Beseitigung der Altlasten im Boden) muss der Eigentümer aufkommen. Die dringendsten baulichen Renovierungen am Gebäude werde „zum großen Teil“ auch der Eigentümer tragen. Für die Finanzierung des Interieurs zeichnet Burgdorf verantwortlich. Dabei geht er allerdings eher „sparsam“ vor: „Die Verzinkerei soll weiterhin ihren industriellen Charme behalten“, so Burgdorf. Dies gehöre zum gastronomischen Konzept. Die Zeit der „hässlichen Außenfronten“ allerdings solle der Vergangenheit angehören. Einzelheiten werde er später noch bekanntgeben.
Burgdorf verwies auf ähnliche ehemalige Industriegebäude, etwa in Berlin und Hamburg, in denen sich solche Discotheken etabliert hätten (dort allerdings zumeist in Club-Atmosphäre). „Das ist immer ein Renner.“
Zum Konzept gehören Motto-Partys wie „Zink sucht Kupfer – Messing nicht ausgeschlossen“. „Aber auch für Konzerte ist die Halle ideal“, so Burgdorf. Dabei müsse es sich nicht einmal unbedingt um Hardrock- und Heavy Metal-Gruppen handeln. „Da würde sogar eine Schlagerparty laufen, wenn da bunt dekoriert wird“, ist sich der Gastronom sicher.
Der Einzugsbereich würde weit über Hude hinausgehen: „So was gibt es nicht einmal in Bremen“, sagte Burgdorf. Außerdem sei, wie bereits in der Verzinkerei-Diskussion geäußert, die „Verkehrsanbindung hervorragend“. Lärmprobleme befürchtet er nicht.
Das nahe gelegene „Fassboden“/„Yo“ will Burgdorf auch weiter betreiben, beide Discos unter dem Namen „Doppelter Fassboden“ komplett zusammenlegen und auf „etwas reifere Gäste“ ausrichten.
Bürgermeister Axel Jahnz findet die Idee gut: „Das ist Werbung für Hude.“ Er will in den Gemeindegremien um Unterstützung werben.
