Hude - Wenn denn schon mal Regen kommt in diesem so extrem trockenen Sommer, dann gleich dicke: Fast 15 Liter pro Quadratmeter sind es am Sonntag innerhalb kürzester Zeit in Hude gewesen. Wie die NWZ kurz berichtete, sorgte der Starkregen für mehrere Feuerwehr-Einsätze.
Einige Gully-Abläufe hätten versagt, berichtete dazu NWZ-Leser Fritz Meyer am Dienstag. Der Zweckverband Kommunalservice Nordwest habe offenbar die Reinigung der Auffangbehälter in den Gullyschächten versäumt.
Das Zeug aus dem Gully-Auffangeimer.
Anwohner reinigt Gullys selbst
Fritz Meyer wohnt an der Ecke Taubenstraße/Jägerstraße. Dort sei schnell alles überschwemmt gewesen, erzählte er der NWZ. Meyer griff zur Selbsthilfe, machte die beiden Gullys in der Straße vor seinem Grundstück auf und schüttete die Auffangeimer aus. Wohl dem, der so viel Kraft hat. Er habe das im Herbst mit dem einen Gully schon mal gemacht, jetzt aber nicht mehr daran gedacht. Eigentlich ist das ja auch nicht Aufgabe der Anwohner. Viele machen es trotzdem.
Zuständig ist der Zweckverband Kommunalservice Nordwest. Er gerät nicht das erste Mal in die Kritik, was die Reinigung der Gully-Behälter angeht. Anfang 2018 berichtete die Ð von nicht gereinigten Gullys in der Parkstraße. Seitdem werde die Firma, die im Auftrag des Zweckverbandes die Gullys reinige, sehr stark kontrolliert, erklärte am Dienstag Dietrich Fischbeck vom Zweckverband. Und zwar bei jedem Reinigungsdurchlauf. Es könne allerdings passieren, dass nach langer Trockenheit mit einem so starken Regenschauer Straßendreck und die ersten verdorrten Blätter in die Gullys gespült worden seien.
Gräben und Rohre nicht ausreichend?
Fischbeck wies zudem darauf hin, dass in älteren Siedlungsgebieten die Entwässerungsanlagen nicht für solche Starkregenereignisse, wie es sie heutzutage gebe, konzipiert seien. Der Zweckverband sei dankbar für Hinweise, wo es Probleme gebe. Vielleicht gebe es zu wenig Abläufe. Vielleicht seien Gräben und weiterführende Rohre nicht ausreichend. Man werde mit der Gemeinde nach Lösungen suchen müssen, wenn es zu verstärkten Problemen komme.
Die NWZ-Redaktion ist übrigens nach einem weiteren Telefonat mit Fritz Meyer an die Taubenstraße gefahren, um sich die Haufen anzuschauen, die dieser aus den Gullybehältern geschüttet hat. Das Zeug sei so zusammengepappt und modrig. Wahrscheinlich sei es schon über Monate da drin gewesen, bezweifelt Meyer die regelmäßige Reinigung der Gullys.
Am Sonntag ist auch der Tunnel Vielstedter Straße mal wieder abgesoffen. Hier soll offenbar ebenfalls ein Anlieger beherzt den Gully sauber gemacht haben, damit das Wasser ablaufen konnte.
