HUDE - Immer wieder müssen Imker gegen das Sterben ihrer Bienenvölker kämpfen. Auch in Hude. Im vergangenen Jahr verlor Imker Friedrich Hübenthal 40 Prozent seiner Bienen. Ein anderer Imker aus Hude sogar alle von ihm aufgezogenen Völker.
Ursache seien unter anderem zwei Bienenkrankheiten, so Hübenthal: Die amerikanische Faulbrut und die asiatische Milbe (Varroamilbe). Besonders gefährlich ist die Faulbrut, berichtet er. „Wenn sie ein Bienenvolk befallen hat, bleibt der Nachwuchs aus, und das Volk muss vernichtet werden.“ Die Krankheit sei enorm ansteckend und anzeigepflichtig, so Hübenthal. Um schlimmeres zu verhindern, richtet das Veterinäramt des Landkreises Oldenburg bei einem Ausbruch Sperrbezirke ein. In der Klostergemeinde war dies vor zwei Jahren der Fall.
Da ist die Faulbrut in einem Teil Hudes ausgebrochen, so dass der Ort zum Sperrbezirk erklärt und viele Völker vernichtet wurden. Erst nachdem keine Faulbrutsporen mehr nachgewiesen werden konnten, wurde die Sperre aufgehoben. „Glücklicherweise hatte ich meine Bienen damals in der Heide“, schildert Hübenthal.
Er hat eine Wanderimkerei. Das bedeutet, dass er mit den Bienen über das Jahr verschiedene Trachten – Nahrungsformen – anfährt. Unter anderem das Alte Land mit seinen Obstbeständen, die Akazienblüte in Brandenburg, die Edelkastanienblüte in der Pfalz oder die Sonnenblumenblüte im Oderbruch. Die Völker werden zur Blütezeit hingebracht und danach wieder abgeholt. Vor allem die Bienengesundheit werde dadurch gefördert, meint Hübenthal. „Es kommen immer neue Bienen dazu, und die Königin wird neu gefordert.“
Zwar hatte Hübenthal bisher noch keine Probleme mit der amerikanischen Faulbrut, aber von der asiatischen Milbe blieben auch seine Völker vor zwei Jahren nicht verschont. Einerseits durch den Befall, andererseits durch Faktorenkrankheiten verlor er 40 Prozent seiner Bienen. Die Milbe tritt flächendeckend über das ganze Bundesgebiet auf. Eine Behandlung ist kompliziert, da die Medikamente den Honig nicht belasten dürfen, erläutert Hübenthal. Es kann mit chemischen Medikamenten und Säuren vorgegangen werden.
Vorbeugend wendet Hübenthal jedoch das Drohnenbrutschneiden an, da die Milben bevorzugt die Drohnenbrut angreifen. Ab der brutfreien Zeit im Herbst behandelt er die Völker dann zusätzlich mit Oxalsäure – einer Säure, die sich auch in anderen Lebensmitteln wie Rhabarber befindet.
Zu Forschungszwecken holten Wissenschaftler des Bieneninstituts Oberursel (Taunus) 1977 asiatische Honigbienen nach Deutschland. Im Gepäck hatten sie ungewollt die Varroamilbe, die seitdem regelmäßig große Bestände ausrottet. Alleine im Winter 2002/2003 verendeten etwa 30 Prozent aller deutschen Bienen durch die Milbe.
Und das in dem Land, in dem weltweit pro Kopf am meisten Honig gegessen wird.
