Hude - Essen, schlafen, kurz die Beine vertreten – für viele Tiere ist das Realität im Winter. Denn um über die futterärmere Jahreszeit zu kommen, haben Säugetiere und Reptilien drei Methoden entwickelt: Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre.

Was ist Winterschlaf und wer hält ihn

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Beim Winterschlaf begibt sich das Tier in ein geschütztes Winterquartier und schläft dort. Die Körpertemperatur fährt dabei auf etwa zehn Grad runter. Der Puls wird langsamer, die Atmung flacher. Als Beispiel führt Nabu-Vorsitzender Uwe Tönjes die Fledermaus an, die auch in Hude vorzufinden ist. „Vermutlich überwintern einige im Hasbruch“, meint der 60-Jährige. „Die Tiere schlafen nicht durch, das ist wie eine Art Ruhestatus.“

Zwischendurch wird die Fledermaus wach und isst etwas, bewegt sich aber kaum von ihrem Winterquartier weg. Dieser Status geht von Mitte Oktober bis Februar, März, wenn die Außentemperaturen wieder steigen. Weitere Tiere, die Winterschlaf halten, sind beispielsweise Igel oder Haselmäuse.

Was versteht

man unter Winterruhe

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Für die Winterruhe führt der Nabu-Vorsitzende das Eichhörnchen als Beispiel an. Die fangen bereits im Herbst an, Vorräte zu sammeln, die sie in einem Nest horten. „Im Gegensatz zur Fledermaus bleibt die Körpertemperatur des Eichhörnchens gleich“, sagt Tönjes. Das Eichhörnchen schläft in einem Nest und wird gelegentlich wach, um zu fressen. „Die Klosterruine könnte sich ganz gut für die Tiere zum Überwintern eignen“, vermutet der 60-Jährige.

Wie läuft die Winterstarre

ab und wer hält sie

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Komplett regungslos verhalten sich Tiere, die in die Winterstarre fallen. „Das sind wechselwarme Tiere, wie Fische oder Lurche, die in Seen oder Teichen überwintern“, sagt Uwe Tönjes. Aber auch Erdkröten, wie man sie im Garten vorfinden kann, halten Winterstarre.

Wenn die Außentemperatur unter 15 Grad fällt, fahren die Tiere ihren Kreislauf runter und ihr Puls verlangsamt sich stark. Erst wenn es wieder Frühling wird und die Temperaturen steigen, kommt wieder Leben in die Tiere und sie „erwachen“ aus ihrer Winterstarre.

Kann man den Tieren

im Winter helfen

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Wer ein Winterquartier in seinem Garten findet oder eines auf einem Spaziergang entdeckt, sollte die Tiere in Ruhe lassen. „Jede Störung kostet das Tier Energie und schwächt es. Manchmal kann das auch zum Tod des Tieres führen“, warnt der Nabu-Vorsitzende.

Den Schock kann das Tier mit seinem generell heruntergefahrenen Kreislauf nicht verarbeiten. Daher: „Den Garten im Winter besser in Ruhe lassen und erst im Frühjahr mit dem Aufräumen beginnen“, rät Uwe Tönjes. Potentielle Winterquartiere sind in der Regel Steinflächen oder Laubhaufen.

Wie gehen die Tiere mit dem wärmeren Klima um

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Normalerweise beginnen Tiere, die überwintern, im Herbst mit ihren Vorbereitungen. Dann heißt es Vorräte anlegen oder einen geeigneten Unterschlupf finden. In diesem Jahr gab es im Dezember auch noch Temperaturen über 20 Grad. Das wirkt sich auch auf die Tierwelt aus, wie Uwe Tönjes weiß.

„Die Tiere stellen sich auf kältere Temperaturen ein, die dann letztlich nicht kommen. Negativ wirkt sich das aber nicht aus.“ Denn wenn es nicht kalt wird, gibt es auch genug zu Fressen, da die Vegetation nicht abstirbt. „Die Tiere ziehen aus den wärmeren Temperaturen keinen Nachteil. Sie machen einfach weiter wie bisher und verkürzen bei Bedarf ihre Überwinterung.“