HUDE/NEUSEELAND - Nach Australien war das Land der Maori die nächste Reisestation des Abiturienten. Im Kleinbus bereiste er die Nord- und Südinsel.
Von Johannes Hillje
HUDE/NEUSEELAND - Kia Ora! Das heißt so viel wie „hallo“ in der Sprache der Maori. Ich bin angekommen im Land der Maori, in Neuseeland. Meine letzten Tage in Australien verbrachte ich auf Tasmanien, der größten Insel des Landes, und in Sydney. Tasmaniens Berge, Seen, Wälder und Küste, die ich bei mehreren Wanderungen innerhalb einer Woche erkundete, beeindruckten mich so sehr, dass die Insel rückblickend für mich zu den schönsten Plätzen des Landes gehört. Allerdings hatte mein Ausflug auf die grüne Insel auch eine Schattenseite: Nach acht Monaten auf Reisen war mein Kopf von neuen Erlebnissen, Impressionen und Kontakten völlig überladen, und ich brauchte dringend eine Pause. Die nahm ich mir vor dem Abflug nach Neuseeland in Sydney, wo ich bei einem Studenten wohnte, den ich zuvor kennen gelernt hatte.Am Flughafen von Auckland, Neuseeland, streckte ein hochgewachsener Junge im gelben T-Shirt bei meiner Ankunft ein Plakat mit meinem Namen in die Höhe. Ich freute mich über das Wiedersehen mit meinem langjährigen Schulkameraden Philip Wessel aus Hude, der seit November in Neuseeland als Tourbegleiter arbeitet. Philip hatte uns zuvor bereits einen Kleinbus samt Reiseausrüstung organisiert. Befreit von aller Reisedespression und nach der Taufe unseres Busses auf den Namen „Pablo“ starteten wir unsere Reise ins „Central Plateau“ der Nordinsel.
Erstes Highlight war für mich das Skydiving über dem Ort Taupo. Ich stürzte mich aus knapp 4000 m Höhe zusammen mit einem Profi und seinem Fallschirm aus einem Flugzeug in die Tiefe. Zunächst 45 Sekunden freier Fall – reines Adrenalin. Danach öffnete sich der Fallschirm, und wir schwebten über der schönen Landschaft mit Seen, Bergen und Vulkanen.
Nächstes Ziel war der Tongariro Nationalpark. Um 3 Uhr morgens stiefelten wir los, um den Berg Ngauruhoe (2300m hoch), der im Kino-Dreiteiler „Der Herr der Ringe“ als „Schicksalsberg“ vorkommt, zu besteigen und von dort aus den Sonnenaufgang zu beobachten. Nach kurzzeitiger Orientierungslosigkeit durch starken Nebel waren wir auf dem steilen Weg zum Gipfel des Vulkans. Den Aufstieg mussten wir teilweise auf allen Vieren bewältigen. Belohnt wurden wir durch einen spektakulären Sonnenaufgang über den Wolken. Am Krater des Vulkans angekommen, blickten wir bei sonnenklarem Wetter auf ein zuckerwatteartiges Wolkenmeer unter uns und auf den schneebedeckten Berg „Ruahpehu“, den höchsten auf der Nordinsel. Abends entspannten wir in einem Fluss mit Heißwasserquelle. Außerdem sahen
wir einen Geysir, der meterhoch sprudelte.
Später fuhren wir in unserem Bus zurück zu Philips ehemaligem Wohn- und Arbeitsplatz. Ein Farmer hatte uns zur Wildschweinjagd im „Busch“ eingeladen. Auf Pferden ritten wir die steilen Abhänge hinauf in einen Wald, wo sich unsere Hengste noch näher am Abgrund bewegten. Meine mangelnde Erfahrung mit den Tieren sorgte dafür, dass ich einmal im Sturzflug in den Busch flog.
Weiter ging es in Richtung der Hauptstadt Wellington, wo wir ein Musikfestival, ein Museum und eine Geburtstagsparty besuchten. Im Anschluss daran fuhren wir mit der Fähre auf die Südinsel. Unser erster Eindruck von ihr ist mindestens so gut wie der, den die Nordinsel in uns hinterlassen hat. Aotearoa (das bedeutet „Land der weißen Wolken“ auf Maori) bietet unglaublich tolle Landschaften, und unsere Art zu reisen und zu wohnen, nämlich mit und in „Pablo“, gibt uns die Freiheit, die wir gesucht haben.
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