HUDE/OLDENBURG - Vier Tage sind seit dem Leichenfund am Tweelbäker See vergangen, doch der mutmaßliche Täter Christian S. aus Hude schweigt nach seinem Geständnis. Dass er den 97-jährigen Rentner Alois Wagner am 31. März getötet und wenige Tage später in einem Brunnen abgelegt hat, hat S. gestanden. Warum er das allerdings getan hat, ist derzeit noch unklar.

Spezialisten der Polizei untersuchen den Tatort nun auf Spuren, die zum Motiv führen könnten. Das Ergebnis der Obduktion wird laut Staatsanwaltschaft für frühestens Mitte der nächsten Woche erwartet. Christian S. hat sich inzwischen einen Anwalt genommen. „Nun muss man sehen, ob er noch etwas zum Tathergang oder zu seiner Person sagen möchte“, sagt Staatsanwalt Stefan Schmidt.

Auch die Nachbarin von S. aus der Schlesier Straße weiß nicht viel über den Mann, der die meiste Zeit bei seiner Lebensgefährtin Erika S. lebte. „Der wohnte ja erst seit etwas mehr als einem Jahr hier und war nur selten da“, sagt sie. „Ich kenne ihn nicht wirklich, habe nur einmal mit ihm geredet, als er uns mit dem Taxi gefahren hat.“

Bei einem Huder Unternehmen war Christian S. seit einem Dreivierteljahr als Taxifahrer angestellt. „Ich kann das noch gar nicht begreifen“, sagt sein Chef. „Zu den Fahrgästen war er immer freundlich und zuvorkommend, sonst hätte er auch gar nicht bei mir gearbeitet.“

Beim DRK in Hude war der 45-Jährige ebenfalls eine Zeit lang beschäftigt. Im Fahrdienst soll er ältere Menschen zum Arzt gebracht oder Essen ausgeliefert haben. Eine seiner Kolleginnen war damals Erika S.. Die Frau, die mit dem Opfer unter einem Dach lebte und mit der Christian S. eine Beziehung begann.


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