Hude - „Die Entwicklung gestalten, bevor wir von der Entwicklung überholt werden“, beschrieb Friedrich Schnabel (CDU) das, was der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt für die Ortsmitte von Wüsting jetzt auf den Weg gebracht hat. Bei zwei Enthaltungen der FDP wurde empfohlen, das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 95 „Ortsmitte Wüsting – Bahnhofstraße/Raiffeisenstraße/Hauptstraße“ auf den Weg zu bringen. Ziel sei es, die gewachsene städtebauliche Struktur zu erhalten. Eine Verdrängung gewerblicher Nutzungen durch die vermehrte Entstehung von Wohneinheiten im Ortskern soll vermieden werden.
Hintergrund ist, dass in der Ortsmitte bekanntlich die Gaststätte Wüstenlander Hof zum Verkauf steht (NWZ berichtete). Die Nachnutzung des Areals ist noch unklar. Die Befürchtung ist groß, dass ein Investor alles platt macht und auf dem Areal Wohnbebauung errichtet. Nach den derzeitigen planungsrechtlichen Gegebenheiten ist das durchaus möglich. Das will die Gemeinde verhindern. Man müsse alles tun, um diesen zentralen Treffpunkt im Dorf zu erhalten und für ein gutes Miteinander von Gewerbe und Wohnen zu sorgen, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew in der Ausschusssitzung. Es bestehe absoluter Handlungsdruck.
Und laut Lebedinzew gibt es in der Wüstinger Bevölkerung auch sehr großen Zuspruch, die Strukturen im Ortszentrum unbedingt zu erhalten und alles für einen lebendigen Ortskern mit kurzen Wegen zu tun. Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Vereine und die Bevölkerung sollte erhalten bleiben.
Wüsting brauche die Gastronomie an dieser Stelle. Ideal wäre deshalb, wenn dies durch einen Investor auch fortgeführt werde.
Das alles will die Gemeinde mit der Aufstellung des Bebauungsplanes deutlich machen und vor allen Dingen eine Handhabe haben, um Vorhaben von Investoren zu stoppen, wenn diese andere Dinge im Sinn haben sollten.
„Das Risiko ist sehr groß“, sagte Heiko Aschenbeck (SPD) zu der Befürchtung, dass aus Gewerbeimmobilien sehr schnell Wohnungen werden könnten.
Wilfried Siems (CDU) sah ein fraktionsübergreifendes Interesse, entsprechend des Vorschlags der Verwaltung zu handeln: „Wüsting ohne die Gaststätte im Ort kann sich keiner vorstellen.“
Die FDP allerdings will sich nicht unter Zugzwang setzen. Die Planung sei jetzt an einem konkreten Objekt ausgerichtet. Man sollte auf jeden Fall erst einmal mit allen Grundstückseigentümern in dem vorgesehenen Planbereich sprechen, meinte Pascal Buntrock von den Liberalen.
Die FDP enthielt sich denn auch bei der Beschlussempfehlung, als es darum ging, mit dem Bebauungsplan die Festsetzung eines Mischgebietes voranzutreiben. Zugleich sollen die verkehrlichen Belange mit berücksichtigt werden. Diesen Zusatz beantragte die CDU angesichts der seit vielen Jahren unzulänglichen Situation an der Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße/Bahnübergang.
