HUDE - Wegen Zigarettenschmuggels im großen Stil müssen sich seit Freitag drei Männer aus Hude und Bremen vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Den Angeklagten im Alter zwischen 31 und 53 Jahren wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr rund fünf Millionen unversteuerter und unverzollter Zigaretten aus Osteuropa nach Hude, Weyhe, Bookholzberg und Goldenstedt geschmuggelt zu haben. Der Steuerschaden wurde gestern auf 600 000 Euro beziffert.

Die Banden lassen sich stets etwas Neues einfallen, um die Schmuggelware vor den Ermittlern zu verbergen. Im vorliegenden Fall wollte die Zigarettenmafia besonders clever sein. Sie transportierte ihre Schmuggelware in Holzbrettern. Dazu waren Schlitze in die Bretter gefräst und wieder verschlossen worden. Doch auch dieses Versteck wurde entdeckt – wie viele andere zuvor auch.

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft unter Führung von Chefermittler Dr. Martin Koziolek ist in den vergangenen Jahren im Kampf gegen den organisierten Zigarettenschmuggel sehr erfolgreich gewesen. Rund 700 Millionen unversteuerter und unverzollter Zigaretten konnten beschlagnahmt werden. Der Steuerschaden liegt bei über 100 Millionen Euro.

Neben dem Zigarettenschmuggel wird den Angeklagten auch vorgeworfen, mit Rauschgift Handel getrieben und in Twistringen eine große Drogenplantage unterhalten zu haben. Dafür sei er allein verantwortlich, erklärte gestern der 31-jährige Angeklagte. Er nahm auch die Hauptschuld bezüglich des Zigarettenschmuggels auf sich. Das Geständnis soll sich nun strafmindernd auswirkten, so dass der 31-Jährige für nicht mehr als vier Jahre und zehn Monate ins Gefängnis muss. Das ist das Ergebnis von internen Beratungen. Der Prozess wird fortgesetzt.