Hude - Nach sieben Jahren als zuständiger Leiter der Revierförsterei Oldenburg gibt Stephan Nienaber seinen Posten ab und betreut ab sofort den Friedwald Hasbruch. Er ist jetzt für alle Belange – vom Krematorium bis zur Bestattung – zuständig. Auch bei der Auswahl des richtigen Baumes berät Nienaber die Interessenten. Doch wie kam es zu dem Wechsel?

„Das habe ich mir selbst gewünscht“, erklärt der 59-Jährige, der zudem auch als Träger für öffentliche Belange für die Landkreise nördlich von Oldenburg zuständig ist. Als Revierförster war er für die weitgestreuten Waldgebiete zwischen Westerstede und Kirchhatten zuständig. Auch die Huder Wälder betreute er während seiner Tätigkeit. Dadurch entwickelte er ein Interesse für die Arbeit im Friedwald. Und den Beruf könne laut Nienaber nicht jeder ausüben: „Man braucht dafür Lebenserfahrung“, sagt er. „Und man muss sich für die Menschen wirklich Zeit nehmen.“ Um sich mit den Aufgaben vertraut zu machen, absolvierte Nienaber in dem Bestattungswald ein Praktikum bei seinem Vorgänger Hartmut Krause.

Der Friedwald Hasbruch umfasst eine Größe von 45 Hektar. Unter anderem sind Eichen, Birken und Weiden dort zu finden. In dem Wald kann man sich einzeln, zu zweit, im Kreis der Familie oder aber neben Menschen, die einem nahe sind, beerdigen lassen. „Die Leute sind sehr dankbar dafür“, sagt der Oldenburger. Der 2004 eröffnete Friedwald werde gut angenommen.

Obwohl ihm die neuen Aufgaben sehr am Herzen liegen, blickt er mit etwas Wehmut auf die abwechslungsreichen Jahre in den Wäldern um Oldenburg zurück. „Die Arbeit mit den Menschen, dem Wald und den täglich neuen Herausforderungen im städtischen Raum hat mir besonders viel Freude gemacht“, sagt Nienaber.

Nienabers Nachfolger ist Marcus Hoffmann. Der 37-Jährige stammt aus Berlin. An seiner neuen Position findet er vor allem die Abwechslung reizvoll. „Das ist spannend, weil ich mich nicht nur mit einem Wald befasse, sondern mit 22.“ Die Revierförsterei Oldenburg ist etwa 2100 Hektar groß.


270 Hektar sind reine Naturschutzgebiete. Am meisten wachsen Eichen in dem Gebiet, 26 Prozent der Fläche besetzt dieser Baum. Danach folgt die Kiefer, 15 Prozent der Fläche macht sie aus. Weitere Waldgebiete unter seiner Verantwortung sind Wildenloh, das bunt gemischte Waldstück Mansholter Büsche, das Naturschutzgebiet Nutteler Bäke, der Wold und das Eversten Moor in Oldenburg sowie das Reiherholz im Klosterort Hude.

In der Position warten neue Aufgaben auf den 37-Jährigen. „Aktuell ist das der Borkenkäferbefall bei Fichten. Durch das Tier sterben die Bäume ab und müssen gefällt werden.“ Überall im Revier überprüft er den Befall und versucht, das Ausbreiten des Käfers zu stoppen. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, alle Randbereiche zu kontrollieren, damit Wege und Straßen nicht überwuchert werden. Oft begleitet ihn dabei sein Hund Balin. Der Kurzhaardackel ist zugleich Jagd- und Familienhund.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)