HUDE/ROTTERDAM - Kreativität und Können, mit dieser Kombination sicherte sich Dennis Wolf die Silbermedaille bei den Berufseuropameisterschaften, die am vergangenen Wochenende in Rotterdam stattfanden. „Das war ein einmaliges Erlebnis“, schwärmt der 21-Jährige im Rückblick.

Noch erfolgreicher als im Einzel war der Huder im Team. Gemeinsam mit einem Maurer, einem Dachdecker und einem Zimmermann sicherte sich der Fliesenleger Gold im Teamwettbewerb. „Die Gruppen waren nicht nach Nationalität eingeteilt“, berichtet Wolf. Er war in einer Mannschaft mit einem Belgier, einem Österreicher und einem Niederländer. Da waren für die Kommunikation auch Fremdsprachenkenntnisse gefordert.

In Holland traten Facharbeiter, Lehrlinge und Absolventen der Berufsbildungssysteme in 50 Berufen gegeneinander an, um ihr Können zu messen. Bei den Fliesenlegern musste sich der Huder Dennis Wolf unter neun Teilnehmern nur seinem Konkurrenten aus Luxemburg geschlagen geben. Beim Vorentscheid am vergangenen Mittwoch, bei dem er sich für das Finale qualifizieren musste, hatte sich der 21-Jährige den Tagessieg geholt. „Ich habe mich intensiv auf den Vorentscheid vorbereitet“, sagt Wolf. Sein größtes Ziel war es, am Finale teilnehmen zu können. Viel Zeit, sich über den Finaleinzug zu freuen, blieb dem Fliesenleger jedoch nicht. Direkt vom Vorentscheid ging es zur Eröffnungsfeier der Euro-

Skills. „Das war sehr beeindruckend“, sagt Wolf.

Die drei anschließenden Tage waren vom Finalwettbewerb geprägt. Insgesamt 18 Stunden blieben den Teilnehmern, um im Finale einen Boden, zwei Wände und zwei Stufen zu gestalten. „Das war zeitlich sehr knapp“, sagt Wolf. Kreativität war bei dieser Aufgabe auch gefragt. Für eine Fläche von sieben mal acht Fliesen hatten die Teilnehmer freie Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings waren die Farben und Schnitte vorgegeben. Dennis Wolf entschied sich für das Motiv eines Segelbootes. Für den Rest der Fläche war das Muster genau vorgegeben.


Dennis Wolf nutzte die Zeit in Rotterdam auch, um die Arbeitsweisen der anderen Fliesenleger kennen zu lernen. „Das war sehr interessant. Erstaunlich, mit welchem Werkzeug die anderen teilweise antreten“, wundert sich Wolf. Durch die gute Ausrüstung habe er einen kleinen Vorteil gehabt.

Über die beiden Medaillen bei den Berufseuropameisterschaften freut sich Wolf besonders, da man bei diesem Wettbewerb nur ein Mal antreten darf. Es gibt also keine Chance für den Huder seinen Erfolg zu wiederholen.

Bis er die Goldmedaille in Hude präsentieren kann, muss sich Dennis Wolf allerdings noch gedulden. Die Teammedaillen bekommen die Teilnehmer erst später. Am Sonntagnachmittag wurde Wolf von Nachbarn und Freunden in Hude mit einer Feier empfangen. Seine Familie, die ihn nach Rotterdam begleitet hatte, ist sehr stolz auf den Erfolg des 21-Jährigen. Für ihn beginnt nun wieder der Berufsalltag. „Die Arbeit bei den Wettbewerben ist schon etwas anderes, da ist viel mehr Kreativität gefragt“, sagt Dennis Wolf.