HUDE - So viel Post hatte Andreas Loseken noch nie in so kurzer Zeit: Mehr als 30 Briefe hat der Huder Bauer seit Anfang des Jahres von der Telekom erhalten, weil er sich nach einem ISDN-Anschluss erkundigt hat. „Damit hat ein endloses Durcheinander begonnen“, erklärt er.

Die Grundgebühren zahlt Familie Loseken bereits seit zwölf Jahren an die Telekom. Die Kosten für Telefonate und die Nutzung des Internets laufen seit 2005 über einen Fremdanbieter. Die Eltern des Bauern, die im Haus nebenan wohnen, haben einen Zweitanschluss bei der Telekom.

Andreas Loseken wollte eine übersichtlichere Abrechnung und erkundigte sich nach einem ISDN-Anschluss bei der Telekom. „Alles kein Problem, nur müssen alle Verträge mit dem anderen Anbieter gekündigt werden“, sagte man Loseken am Telefon, dem das Angebot zusagte, und der es in die Wege leitete.

Im Februar 2009 erhielt er dann einen Brief, dass die Kündigung erst im September dieses Jahres möglich sei. Gleichzeitig flatterte ein Schreiben von der Telekom ins Haus, das den ISDN-Auftrag der Familie bestätigte und die Zugangsdaten beinhaltete.

Ein Anruf – einer von zahlreichen, die noch folgen sollten – beim Kundenservice der Telekom beruhigte den Bauern aus Hude kurzzeitig. Das Schreiben sei nur „pro forma“. Bevor der Vertrag mit dem Internetanbieter nicht gekündigt sei, könnten sie auch nichts freischalten.


Nach dieser Zusage folgte ein Brief, in dem der Familie mitgeteilt wurde, dass ihre Telefonleitung Anfang März abgeklemmt werden würde, um die nötige Umschaltung vorzunehmen. Wieder rief Loseken den Kundenservice an, wieder ohne Erfolg. „Meine Eltern sagten mir dann Anfang März, dass ihr Telefon tot sei“, erinnert sich Loseken. Am Telefon erklärte ihm die Telekom, dass es sich um ein Missverständnis handele. „Meine Vater ist schwer krank, ist an eine Lungenmaschine angeschlossen. Wir müssen immer einen Arzt erreichen können“, beschwert er sich. Eine Woche musste die Familie ohne Telefon auskommen. „Wir haben uns alle sehr aufgeregt“, sagt Loseken.

Nach mehr als 30 Briefen von der Telekom, manchmal bis zu fünf Stück am Tag, unzähligen Telefongesprächen mit diversen Mitarbeitern des Unternehmens sowie ständigen Emails sucht Andreas Loseken weiter nach einem festen Ansprechpartner. „Das Vertrauen ist weg“, konstatiert er nach den nervenzerreißenden Monaten. Nun hat er erstmal alles gekündigt und wartet auf ein neues Tarifangebot der Telekom. „Den alten Vertrag gibt es nicht mehr, also wird es sicherlich teurer als vorher“, ärgert er sich.